AK Anderl: Qualifizierung sichert Zukunft und Chancen

Wien (OTS) – Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist schon seit Jahren
kritisch.
Nach einer kurzen Phase der Erholung nach der Covid-Krise gibt es
einen stetigen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Anfang des Jahres gab es
noch einen positiven Konjunktur-Ausblick. Dieser ist nun aufgrund des
Krieges im Iran zunichte gemacht.

Gerade in diesen Zeiten warnt die die Arbeiterkammer eindringlich
vor Einsparungen bei Qualifizierungsmaßnahmen und der aktiven
Arbeitsmarktpolitik. AK-Präsidentin Renate Anderl betont: „In
wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, in
Qualifizierungen zu investieren. Denn das sind Investitionen in die
Zukunft und in die Chancen der Menschen. Wer hier spart, spart an der
Zukunft unseres Landes.“

Die demografische Entwicklung und aktuelle Studien zeigen:
Besonders im Bereich mittlerer Qualifikationen, etwa auf
Lehrabschlussniveau, werden in den kommenden Jahren viele Fachkräfte
fehlen. Aber auch in anderen Bereichen drohen Engpässe.
Qualifizierung ist daher der Schlüssel, um das Risiko von
Arbeitslosigkeit zu senken und den Wirtschaftsstandort zu sichern.

Anderl nimmt aber auch die Unternehmen in die Pflicht: „Viele
Betriebe bilden immer weniger Lehrlinge aus, da erscheinen die Rufe
nach mehr Fachkräften geradezu zynisch“, so die AK-Präsidentin.
Unternehmen müssen sich an den von ihnen verursachten Kosten in der
Arbeitslosenversicherung beteiligen und Verantwortung übernehmen.

Zusätzlich nimmt die Zahl der Langzeitarbeitslosen stetig zu.
„Wir können es uns nicht leisten, bei der Bekämpfung von
Langzeitarbeitslosigkeit zu sparen, denn das kommt uns allen am Ende
teuer zu stehen“, betont Anderl. Je länger Menschen arbeitslos sind,
desto schwieriger wird der Wiedereinstieg – mit gravierenden Folgen
für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft.

Einsparungen dürfen keinesfalls auf dem Rücken der Arbeitslosen
ausgetragen werden. „Bewährte Strukturen im Bereich Qualifizierung
und Unterstützung, die einmal zerschlagen sind, lassen sich nur
schwer wieder aufbauen. Arbeitslose brauchen gezielte Unterstützung –
durch eine armutsfeste Existenzsicherung und passende Förderangebote
für Qualifizierungen. Deswegen braucht es jetzt ausreichend Budget
für eine aktive Arbeitsmarktpolitik und eine klare
Prioritätensetzung“, sagt Renate Anderl.