Weiterer Monat der Wettbewerbsverzerrung und Kollateralschäden am Kraftstoffmarkt

Wien (OTS) – Ein weiterer Monat der staatlichen Eingriffe in den
Kraftstoffmarkt
verschärft die Wettbewerbsverzerrung und setzt insbesondere kleine
und unabhängige Energiehändler massiv unter Druck. „Das Ergebnis der
heutigen Verhandlungen zur Spritpreisbremse ist verantwortungslos, in
der Branche ist man fassungslos. Während der Finanzminister an der
Umsatzsteuer ordentlich an den Konsumentinnen und Konsumenten
verdient, bleiben die mikroökonomischen Kollateralschäden weiterhin
bestehen“, kritisiert Jürgen Roth, Sprecher des Fachverbands
Energiehandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Sowohl E-Control, Bundeswettbewerbsbehörde als auch WIFO
bestätigen die Wettbewerbsverzerrung. „Die Bundesregierung hat
makroökonomisch positiv erwartete Wirkungen – Stichwort Inflation –
priorisiert, gleichzeitig aber die mikroökonomischen
Kollateralschäden komplett ausgeblendet“, so Roth. „Große Anbieter
werden staatlich dazu verpflichtet, sich preislich unter die
Kleineren zu positionieren. Das drängt kleine und unabhängige
Unternehmen langsam, aber sicher aus dem Markt.“

„Die kleineren Tankstellen-Betreiber können mit der Preisdynamik
der Großen nicht mehr Schritt halten“, warnt Jürgen Roth. „Sie haben
die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder ist man zu teuer und
verkauft nichts mehr oder man hält mit den Preisen der Großen mit und
verkauft mit Verlusten.“ Eine echte Lose-Lose-Situation. Und durch
die Verlängerung der Spritpreisbremse wird diese Situation weiter
andauern: „Leider verstreicht wieder ein Monat, in dem kleine
Energiehändler faktisch an die Wand gedrückt und in ihrer Existenz
bedroht werden“, so Roth abschließend. (PWK208/DFS)