ORF-DialogForum: ORF im Reality Check

Wien (OTS) – Wem nützt der ORF und welchen Mehrwert bieten seine
Programme? Worin
unterscheidet er sich von anderen Medien? Das ORF-DialogForum macht
einen Reality Check: ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter geben
Einblicke hinter die Kulissen der Medienproduktion in TV, Radio und
Online. Sie berichten aus der Praxis, wie sie in ihrer täglichen
Arbeit den öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen. Ein
Zusammenschnitt ist am Montag, dem 4. Mai 2026, um 13.00 Uhr in ORF
III sowie auf ORF ON zu sehen. Auf ORF Sound steht das „ORF-
DialogForum“ zum Nachhören bereit.

Natascha Zeitel-Bank von der Universität Innsbruck fasste den
Auftrag des ORF zusammen: „Der ORF hat einen Versorgungsauftrag und
einen Kernauftrag. Das verpflichtet ihn zu hoher Qualität, zu
Objektivität, Meinungsvielfalt, der Förderung österreichischer
Identität sowie zur Barrierefreiheit und der Bereitstellung von
Inhalten für alle gesellschaftlichen Gruppen. Daran sollte sich der
ORF auch messen.“

ORF-News-Redakteur Volker Obermayr erklärte, wie das im Alltag
aussieht. „Wir haben das Gemeinwohl im Sinn“, sagt er, und: „Unsere
Arbeit ist angesichts von Fake News schwieriger geworden. Je mehr KI,
desto mehr Mensch braucht man in den Redaktionen“.

Yvonne Lacina-Blaha, Leiterin von ORF KiDS, zeigte auf, wie der
Kernauftrag im Rahmen des Kinderprogrammes erfüllt wird: „Unser
Bestreben ist es, dass wir Kinder in einem sicheren Raum unterhalten
und informieren. Dieser Raum ist gewaltfrei, barrierefrei und
werbefrei. Dabei lernen Kinder Informationen, Sachverhalte oder
aktuelle Geschehnisse einzuordnen.“

Wie man den Spagat zwischen qualitativer Information und
interessanter Ansprache an Jugendliche schafft, verriet Jürgen
Pettinger, Ö1-Feature-Redakteur. „Das gelingt durch Storytelling,
weil man die Chance hat, Menschen, auch jüngere Menschen, beim Gefühl
zu packen. Dann bleibt auch der Inhalt in gewisser Weise hängen. Der
ORF erfüllt dafür alle Voraussetzungen, mit Nachrichten im
Kurzformat, aber auch langen Formaten wie großen Dokumentationen oder
Audiofeatures.“

Ein konkretes Beispiel dafür, wie ORF-Qualität Tag für Tag
umgesetzt wird, nannte Werner Fetz vom ORF Niederösterreich: „Die
Sendung ‚Ein Ort am Wort’ ist entstanden, weil es immer wieder
vorkommt, dass der Diskurs fehlt, und Gruppen zwar intensiv
diskutieren, meist aber nur in ihren eigenen Gruppen und in den
seltensten Fällen miteinander. Deshalb laden wir in ein Gasthaus und
diskutieren 60 Minuten live, ohne dass etwas geschnitten wird.“

Marina Mattner von ORF III beschäftigt sich mit Kultur und
stellte klar: „Bei Netflix bekommst du vorgeschlagen, was zu deinem
bisherigen Sehverhalten passt. Beim ORF stößt du auch auf Themen und
Kultur, die du nicht gesucht hättest, die dich dann aber packen
können. Kultur ist versöhnend und verbindend – denn Menschen erleben
bei einer Kulturveranstaltung genau das Gleiche zur gleichen Zeit.
Das ist heute wichtig.“

Katja Mayer vom Institut für Wissenschafts- und Technikforschung
betonte, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Plattform-Zeitalter
besonders wichtig ist. „Im Internet existiert eine
Ungleichzeitigkeit. ORF-Programme wie ‚Ein Ort am Wort‘ fördern
partizipative Gemeinschaften und stellen die Gleichzeitigkeit wieder
her. Zudem ist es sehr unterstützenswert, dass der ORF werbefreie
Zonen bietet. Kinder müssen erst lernen, nicht als Konsumenten und
Konsumentinnen gesehen zu werden.“

ORF-Innovationsmanagerin Maria Seifert-Gasteiger erläuterte, wie
der ORF Innovation gestaltet. „Wir leben das Prinzip von Open
Innovation, und da sind die europäischen Schwesterngesellschaften
ganz wichtige Partner und Partnerinnen, aber auch andere innovative
Kräfte wie Start-ups oder Universitäten. Bei uns gibt es nicht
Innovation einfach der Innovation wegen, sondern weil wir einem Ziel
folgen und einen Beitrag leisten sollen, damit der ORF seinem Auftrag
nachkommen kann.“

Der neue Public-Value-Bericht „Wem nützt der ORF und wie?“
versammelt zahlreiche Interviews mit ORF-Mitarbeiterinnen und ORF-
Mitarbeitern. Darin geht es unter anderem um Information und
Klimaberichterstattung, gesellschaftliche Spaltung, Handynutzung bei
Jugendlichen, Werbefreiheit im Kinderprogramm, Erinnerungskultur,
Armut in Österreich, die Teuerung bei Kino- und
Spielfilmproduktionen, Wirtschaftskompetenz sowie den Umgang mit Fake
News. Der Bericht zeigt, welche Herausforderungen der ORF in Radio,
TV, online und in den Landesstudios aufgreift und welche Perspektiven
er für mögliche Lösungen bietet. Abrufbar ist der neue Public-Value-
Bericht auf zukunft.ORF.at.

Moderiert wurde das ORF-„DialogForum“ von Klaus Unterberger, ORF
Public Value.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch
mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den
Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.