„Wildes London – mit Sir David Attenborough“: „Universum“ gratuliert zum 100. Geburtstag der britischen Naturfilm-Ikone

Wien (OTS) – Sir David Attenborough hat die Welt gesehen. Er hat die
eindrucksvollsten Naturschauspiele miterlebt und die letzten
unberührten Orte unseres Planeten erkundet. Kaum jemand hat unseren
Blick auf die Natur so geprägt wie er. Und doch führt ihn seine
vielleicht bedeutendste Reise zurück an den Anfang. Anlässlich seines
100. Geburtstags am 8. Mai 2026 wendet sich der ikonische britische
Naturforscher und Tierfilmer einem Ort zu, der ihm näher ist als
jeder andere: seiner Heimatstadt London. In der neuen „Universum“-
Dokumentation „Wildes London – mit Sir David Attenborough“ von Joe
Loncraine (ORF-Bearbeitung: Birgit Skulski) führt Sir David
Attenborough am Dienstag, dem 5. Mai 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und
auf ORF ON durch diese vertraute und doch überraschende Metropole und
zeigt: Tiere nutzen die Gegebenheiten der Stadt, sie passen sich der
vom Menschen geschaffenen Welt mit unglaublichem Geschick an und
erschließen Nischen, die ihnen ursprünglich niemand zugedacht hat.

Neun Millionen Menschen, zweieinhalb Millionen Autos, eine Stadt
aus Beton, Stahl und Glas. Was auf den ersten Blick wie ein
Gegenentwurf zur Natur erscheint, entpuppt sich als erstaunlich
artenreicher Lebensraum:

Wanderfalken nisten am Parlamentsgebäude und jagen in den
Straßenschluchten wie einst an steilen Felsküsten. Damhirsche
verlassen die Randgebiete der Stadt und wagen sich immer weiter ins
urbane Zentrum vor. An den Ufern des Regent’s Canals leben Schlangen,
deren Herkunft bis heute Rätsel aufgibt. Und selbst Biber sind
zurückgekehrt und gestalten ihre Umgebung neu – mitten im dicht
besiedelten Westen der Millionenmetropole.

Bei Einbruch der Dunkelheit durchstreifen Füchse die Stadt, immer
auf der Suche nach Nahrung. Zwischen Mülltonnen und Gärten haben sie
gelernt, sich dem Rhythmus des Menschen anzupassen.

Doch nicht alle Arten können mit diesem Tempo mithalten. Wenn im
Frühjahr Tausende Erdkröten zu ihren Laichgewässern aufbrechen, wird
jede Straße zur Gefahr – ein Konflikt zwischen zwei Welten, die
denselben Raum beanspruchen und bei dem die Tierwelt allzu oft auf
der Strecke bleibt. In Londons Bevölkerung setzt zunehmend ein
Umdenken ein. Schon kleinste Adaptierungen können darüber
entscheiden, ob eine Art erhalten bleibt. So sägen beispielsweise
immer mehr Gartenbesitzer kleine Öffnungen in ihre Zäune. Dadurch
entstehen Korridore zwischen den Grundstücken, die Tieren wie dem
Igel ihre nächtlichen Wanderungen erst ermöglichen.

Gedreht in seinem 100. Lebensjahr ist dieser Film zugleich ein
sehr persönlicher Blick Sir David Attenboroughs auf die Veränderungen
seiner Heimatstadt. Seit mehr als 70 Jahren lebt er in London und war
Zeuge, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Natur gewandelt
hat: Arten verschwanden und kehrten zurück, Lebensräume gingen
verloren und entstanden neu und mit ihnen die Erkenntnis, dass auch
Städte Teil eines größeren ökologischen Ganzen sind. Londons mehr als
3.000 öffentliche Parkanlagen und rund vier Millionen private Gärten
bilden ein weitläufiges Netzwerk, das der Stadt 2019 den Titel
„National Park City“ eingebracht hat. Heute gilt London als eine der
grünsten Metropolen der Welt und als wegweisend, wie das
Zusammenleben von Mensch und Tier künftig gelingen kann.

Die „Universum“-Dokumentation „Wildes London“ – eine Produktion
von Passion Planet Limited im Auftrag der BBC in Zusammenarbeit mit
WNET – eröffnet eine neue Perspektive auf die pulsierende Megacity
und lädt dazu ein, die eigene Umgebung mit anderen Augen zu sehen.
Denn die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Films lautet so
einfach wie überraschend: Wer die Wunder der Natur entdecken will,
muss nicht ans Ende der Welt reisen. Manchmal geschehen sie direkt
vor unserer eigenen Haustür.