ÖH: Hochschulen und Studierende nachhaltig finanziell absichern!

Wien (OTS) – Das seien keine abstrakten Wunschvorstellungen, sondern
notwendige
Zukunftsinvestitionen. Im Fokus steht eine finanzielle Planung, die
gute Studienbedingungen und soziale Sicherheit für Studierende
gewährleistet. Mit Blick auf die kommende
Leistungsvereinbarungsperiode fordert die ÖH eine deutliche Erhöhung
des Hochschulbudgets, aber auch eine existenzsichernde
Studienbeihilfe und Maßnahmen gegen die stark steigenden Wohnkosten
für Studierende.

Zwtl.: Verlässliche Finanzierung für gute Studienbedingungen

Viele Hochschulen arbeiten derzeit bei hoher Auslastung: Große
Gruppen in Lehrveranstaltungen und begrenzte Betreuungskapazitäten
prägen den Studienalltag. Ein ausfinanzierter Hochschulsektor ist für
die gesellschaftliche Entwicklung insgesamt zentral: Jeder
investierte Euro kommt in Form von höheren Steuereinnahmen doppelt
zurück. Während für eine Senkung der Lohnnebenkosten schnell mal Ꞓ 2
Mrd. aufgebracht werden, blieben die Hochschulen weiterhin chronisch
unterfinanziert: “ Das Hochschulbudget muss jetzt nachhaltig
abgesichert und weiterentwickelt werden. Zusätzlich braucht es ein
gesichertes Budget für eine Reform der Studienbeihilfe. Nur so können
gute Studienbedingungen und Chancengerechtigkeit gewährleistet werden
“, betont Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz. Die Senkung der
Lohnnebenkosten treffe insbesondere Studierende, die häufig Teilzeit
arbeiten, hart: Die eingesparten Beiträge fehlen am Ende des Jahres
real im Nettoverdienst, wenn sie durch Beitragserhöhungen an anderen
Stellen letztendlich von Arbeitnehmer_innen getragen werden.

Die durchschnittliche Höhe der Studienbeihilfe liegt derzeit mit
Ꞓ 684 – noch deutlich unter der Armutsgefährdungsgrenze von Ꞓ 1661.
Sie müsse so ausgestaltet sein, dass sie ein Studium unter
realistischen Lebensbedingungen besser unterstützt. Eine solide
finanzielle Absicherung sei entscheidend, damit der Hochschulzugang
nicht nur formal, sondern auch praktisch offen bleibt. Viele arbeiten
neben dem Studium in erheblichem Ausmaß, was eine zusätzliche
Belastung darstellt. Auch dass die Inflationsanpassung der
Familienbeihilfe weiter ausgesetzt werden dürfte, treffe vor allem
Studierende: „ Ein Studium darf nicht dauerhaft von finanziellen
Sorgen begleitet werden. Der Ausbau der Studienbeihilfe ist dabei ein
wichtiger Baustein, aber auch die Familienbeihilfe muss an die
Inflation angepasst werden “, so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.

Zwtl.: Leistbares Wohnen als zentrale Voraussetzung

Auch beim Thema Wohnen sieht die ÖH weiteren Absicherungsbedarf.
An vielen Hochschulstandorten steigen die Mietpreise ins Unleistbare,
während leistbarer Wohnraum in Studierendenheimen begrenzt bleibt.
Zentral ist die Wiedereinführung der staatlichen
Studierendenheimförderung mit einem Budget von mindestens 50 Mio.
Euro pro Jahr für gemeinnützige Studierendenheime. Nur so kann
sichergestellt werden, dass Wohnheime wieder Benutzungsentgelte
verlangen können, die sowohl für Studierende leistbar sind als auch
die tatsächlichen Kosten etwa für dringend notwendige Reparaturen und
Renovierungen abdecken. „ Wenn das Wohnen für das Studium zur großen
Belastung wird, braucht es gezielte Maßnahmen zur Entlastung. Die
öffentliche Wohnheimförderung ist dabei ein wichtiger Hebel, um
Bildungschancen zu sichern “, erklärt Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.

Zwtl.: Nachhaltige Absicherung statt kurzfristiger Lösungen

Für die ÖH ergibt sich insgesamt ein klarer Handlungsbedarf: Die
Finanzierung des Hochschul- und Bildungssystems müsse langfristig
abgesichert werden. Dass die Regierung in der Budgetplanung auf
vermögensbezogene Steuern wie eine Erbschaftsteuer verzichtet, sei
ein fatales Signal: Stattdessen muss jetzt die Allgemeinheit die
Kürzungen tragen.