BELVEDERE: Anni Albers. Constructing Textiles

Wien (OTS) – Die Ausstellung Constructing Textiles , deren Titel
einem Essay der
Künstlerin von 1946 entlehnt ist, ist dem vielseitigen OEuvre von
Anni Albers (1899–1994) gewidmet. Anhand von zahlreichen Werken aus
allen Schaffensperioden, beginnend mit den Anfängen am innovativen
Bauhaus über die Zeit am legendären Black Mountain College bis in die
1980er-Jahre, präsentiert die Schau Albers’ facettenreiche Karriere
zwischen Textilem und Architektur, Weben und Bauen, Vergangenheit und
Gegenwart.

Generaldirektorin Stella Rollig: Anni Albers’ Werk, das Textil,
Architektur und Gestaltung in einen lebendigen Dialog bringt, wirkt
bis heute als Inspiration für eine neue Generation von Künstler*
innen, Architekt*innen und Designer*innen. Nicht zuletzt war sie eine
Pionierin, die die Abgrenzungen von freier und angewandter Kunst
außer Kraft setzte – eine Haltung, die in der zeitgenössischen Kunst
dank Vorreiter*innen wie Albers als etabliert gilt.

Anni Albers’ kreatives und experimentelles Schaffen beginnt in
den 1920er-Jahren am Bauhaus in Weimar. 1933 emigriert Albers in die
USA und etabliert sich dort als vielfältige Designerin und
Künstlerin. Sie entwickelt komplexe Webstrukturen und verwendet
neuartige Fasern. Neben Bildwebereien, die als autonome Kunstwerke zu
betrachten sind, widmet sie sich der Herstellung neuer Textilien für
Gebäude und Innenräume, sogenannter „nützlicher Objekte“. Albers
erachtet das Weben als fortschrittlichste Form des modernen
architektonischen Denkens. Durch das tiefgreifende Verständnis des
Materials und seiner sorgfältigen Verarbeitung ist Albers’ Arbeit von
hoher Aktualität und Relevanz im Hinblick auf heutige
Herausforderungen in den Bereichen Energie und materielle Ressourcen.

In der Ausstellung legen wir ein besonderes Augenmerk auf Anni
Albers’ Rolle als Textildesignerin, auf ihr tiefes Verständnis für
die zentrale Bedeutung von Materialien im Gestaltungsprozess sowie
auf ihre präzisen und zukunftsweisenden Kooperationen mit Architekten
und anderen Herstellenden. Anni Albers. Constructing Textiles macht
die Vielfalt der Materialien, Techniken und Anwendungen sichtbar, die
Albers’ experimentellen Zugang prägen, zeigt auf, wie sie Textilien
als Teil der Architektur verstand, und erschließt ihre künstlerische
Praxis. So eröffnet sich eine erweiterte Perspektive auf das
facettenreiche Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin , so die
Kuratorinnen Fabienne Eggelhöfer und Brenda Danilowitz.

Anhand von zahlreichen Werken aus allen Schaffensperioden,
beginnend mit den Anfängen am innovativen Bauhaus, Dessau und Berlin
über die Zeit am legendären Black Mountain College in North Carolina,
bis in die 1980er-Jahre, präsentiert die Ausstellung Albers’
facettenreiche Karriere zwischen Textilem und Architektur, Weben und
Bauen, Vergangenheit und Gegenwart. Sie umfasst sowohl
Materialstudien, Textilmuster und Entwürfe als auch Bildgewebe,
großformatige Raumteiler, Teppiche und Vorhangstoffe.

Biografie Anni Albers (1899–1994)

Anni Albers war eine der einflussreichsten Textilkünstler*innen
und -designer*innen des 20. Jahrhunderts. 1899 in Berlin geboren,
führte sie ihr Entschluss, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen,
1922 an das Bauhaus in Weimar, wo ihre frühe Ausbildung in der
Weberei ihr Handwerk, ihre Kunst und ihre Lebenseinstellung prägten.
Nachdem sie 1930 ihr Bauhaus-Diplom für ihren experimentellen Umgang
mit neuen Materialien und ihre Beherrschung der strukturellen
Möglichkeiten von Textilien erhalten hatte, war sie 1931/32
stellvertretende Leiterin der Werkstatt. Um Werke zu erstellen, die
langlebig sind, war es Albers wichtig, dem Material große
Aufmerksamkeit zu schenken und sich vom Faden leiten zu lassen.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Bauhaus-Künstler und -Lehrer
Josef Albers, wanderte sie nach der Zwangsschließung der Schule im
Jahr 1933 in die Vereinigten Staaten aus. Dort wurde ihr Werk in
bedeutenden Ausstellungen gefeiert, darunter die erste
Einzelpräsentation einer Textilkünstlerin im Museum of Modern Art in
New York im Jahr 1949. Am Black Mountain College, einem
fortschrittlichen College, entwickelte Anni Albers einen innovativen
Lehrplan, der traditionelle Handwebtechniken mit moderner Kunst und
Industriedesign verband.

Albers’ Haltung, dass zwischen Textilien und Architektur eine
Verbindung besteht, beruhte auf ihrer Erkenntnis, dass Textilien
zugleich Gebrauchsgegenstände und eigenständige Kunstwerke sein
können. Ihre Überzeugung, dass Materialien sowohl in der Textilkunst
als auch im Design eine zentrale Rolle spielen, veranlasste sie, mit
einer Vielzahl ungewöhnlicher Fasern zu experimentieren, um starke
und zugleich subtile Webmuster und Stoffe zu kreieren. Ihre
einflussreiche Publikation On Weaving , die 1965 erschien, gilt bis
heute als grundlegendes Werk zu diesem Thema. Anni Albers hat das
Textildesign maßgeblich geprägt und dessen Anerkennung als ernst zu
nehmende Kunstform gefördert. Ihr Werk beeinflusst bis heute Künstler
*innen, Designer*innen und Architekt*innen weltweit.

Zur Ausstellung im Unteren Belvedere erscheint ein Katalog im
Hantje Cantz Verlag.

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Ein Teaser-Video zur Ausstellung, das Sie über den angegebenen
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