Wien (OTS) – In der heute stattgefundenen zweiten
Kollektivvertragsverhandlungsrunde der Elektro- und
Elektronikindustrie konnte keine Einigung erzielt werden. Im
Mittelpunkt der Gespräche standen auch dieses Mal die äußerst
schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche. Hohe
Kosten, stagnierende Auftragseingänge im Jahr 2025 und eine seit
Ausbruch des Krieges in Nahost wieder steigende Inflation, kombiniert
mit permanenten Unsicherheiten durch geopolitische Veränderungen,
bringen für die stark exportorientierte Branche große
Herausforderungen mit sich. Wie schwierig das Umfeld ist, zeigt sich
auch in den Prognosen der Wirtschaftsforscher, die seit Jahresbeginn
laufend nach unten korrigiert werden. War im Dezember 2025 noch ein
BIP-Wachstum von 1,2 % prognostiziert, so liegt dieses aktuell nur
noch bei 0,9 %.
Das FEEI-Verhandlungsteam wies auf die Vielzahl der seit Jahren
bestehenden Herausforderungen hin – untermauert durch aktuelle
Zahlen: Österreich hat im produzierenden Bereich ohne Bau die
dritthöchsten Arbeitskosten in der Europäischen Union. Die
Arbeitsstunde hierzulande kostet rund 50 % mehr als im EU-
Durchschnitt. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage mussten
von Juli 2023 bis Dezember 2025 bereits knapp 3.400 Mitarbeiter:innen
abgebaut werden – das entspricht einem Minus von fast 5 Prozent.
„Wir brauchen in diesem Jahr jedenfalls einen Abschluss, der die
Unternehmen nicht noch weiter belastet. Es geht darum, Arbeitsplätze
zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und den
Standort zu stärken“, sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.
Nächste Woche, am 29. April, findet die dritte Verhandlungsrunde
statt.