BUKO: Veranstaltung „Freie Berufe im Wandel“ – unabhängig, kompetent, verschwiegen“ bestätigt die Relevanz für den Rechtsstaat!

Wien (OTS) – Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO)
als
Dachverband der neun Freiberufskammern* wurde von
Nationalratspräsident Dr. Walter Rosenkranz ins Hohe Haus eingeladen,
um gemeinsam die verschiedenen Berufsstände Freien Berufe
vorzustellen und die vordringlichsten Themen mit den fünf
Parlamentsfraktionen zu diskutieren. Bei der ersten
Vortragsveranstaltung kamen die rechtsberatenden Berufe mit ihren
vordringlichsten Themen zu Wort.

Bereits in seinen Eröffnungsworten ging Nationalratspräsident Dr.
Walter Rosenkranz (selbst im Zivilberuf Rechtsanwalt) auf die
Relevanz, Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und insgesamt das fachlich
versierte Arbeiten der Freien Berufe ein und brachte das hohe Maß an
Vertrauenswürdigkeit zu Ausdruck: „Auf die Freien Berufe kann man
sich in jeder Lebenslage verlassen, das bedeutet aber auch einen
immensen Druck für jeden, der in einem Freien Beruf arbeitet, denn
ganz oben auf der Agenda stehen die ethische Verpflichtung und das
Bedürfnis, das beste und das Maximum zum Wohl der Schutzbefohlenen
anzubieten und zu leisten – auch in Zeiten des Wandels und
fortschreitender Digitalisierung.“

Zwtl.: Freie Berufe: Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – “Wir
wissen, wie’s geht!”

Dr. Daniel Alge, Präsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe
(BUKO) und im Zivilberuf Patentanwalt , präsentierte im Rahmen der
Vortragsveranstaltung „Freie Berufe in Wandel“ – unabhängig,
kompetent, verschwiegen“ im Hohen Haus die Geschichte, Werte,
Pflichten, Aufgaben und Leistungen der Freien Berufe mit der Aussage
und der gelebten Praxis „Wir wissen, wie’s geht!“. Freie Berufe waren
und sind auch im Wandel der Zeit immer zur Stelle, wenn es um die
wirklich wichtigen Dinge im Leben geht – wie Gesundheit und
Wohlbefinden, das Zuhause und die Umwelt, die Wahrung der Rechte, der
wirtschaftlichen Existenz, Besitz und Vermögen sowie die (digitale)
Zukunft, Visionen und Innovation.

BUKO-Präsident Alge dazu: „Wir als Freie Berufe haben Kompetenz
und Expertise und sind eine unverzichtbare Institution der
Zivilgesellschaft, die garantiert, dass die wirklich wichtigen Dinge
im Leben verlässlich, verschwiegen, ethisch korrekt und zum maximalen
Nutzen der Bürgerinnen und Bürger behandelt werden, selbst und gerade
dann, wenn diese Dinge kompliziert, komplex und vielschichtig sind.
Unser freiberufliches Anliegen ist nicht die Maximierung unserer
Gewinne durch wirtschaftliches Ausnützen der Informations-Asymmetrie,
die zwischen den Menschen, die unseren Rat suchen und uns oft in
hohem Maße gegeben ist, sondern die Maximierung des Nutzens für
unsere Dienstleistungsempfängerinnen und -empfänger!“

Präsident Alge verwies abschließend auf die (System-)Relevanz der
Freien Berufe als motivierte und kompetente Leistungsträgerinnen und
Leistungsträger, die Konflikte nicht scheuen, im öffentlichen
Interesse arbeiten, dem Staat selbst nichts kosten, aber effizient,
kostengünstig und unbürokratisch wichtige Dienstleistungen übernehmen
und erbringen.

Zwtl.: “Kein Privileg, sondern Freiheitsgarantie: Die
Verschwiegenheit der Freien Berufe im Rechtsstaat”

Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK)
Dr. Armenak Utudjian ging in seinem Vortrag konkret auf die „Core
Values der Freien Berufe“ im Rechtsstaat ein und erläuterte die
Freiheit jedes Menschen, sich im Vertrauen und als Schutz auf
unabhängige, rechtliche Hilfe gegen Unrecht, Übermacht und
Unsicherheit verlassen zu können. Die Rechtsanwaltschaft trete dabei
nicht nur als verschwiegener Dienstleister und Beschützer auf,
sondern als ein unabhängiger, aber mit hohen Berufspflichten
ausgestatteter Mitgestalter der Rechtspflege eines funktionierenden
Rechtsstaates: „Besondere Rechte gehen mit besonderen Pflichten
einher – strenge Zugangsvoraussetzungen zum Beruf selbst, eine
besonders qualifizierte Ausbildung und Verpflichtung zur Fortbildung,
Treue gegenüber Klientinnen und Klienten, Verschwiegenheit und das
Verbot von Interessenkollisionen. Dazu braucht es eine starke
Selbstverwaltung als Organisationsform beruflicher Unabhängigkeit.“

Konkret appellierte Präsident Utudjian abschließend an die
anwesenden Vertreterinnen und Vertreter des National- und Bundesrates
sich für eine Unterzeichnung der Konvention des Europarats zum Schutz
des Rechtanwaltsberufes durch die Republik Österreich einzusetzen,
damit weiterhin die anwaltliche Unabhängigkeit, der Schutz vor
Einschüchterung, das anwaltliche Berufsgeheimnis und damit die
Verschwiegenheit als tragende Grundlagen des Rechtsstaats erhalten
bleiben.

Zwtl.: “Freie Berufe als Säule der Rechtssicherheit”

Präsident der Österreichischen Notariatskammer, Hon.-Prof. Dr.
Claus Spruzina , erläuterte in seinem Vortrag die Bedeutung eines
modernen Rechtssystems und die zentrale Rolle der Freien Berufe.
Diese begleiten und beraten Menschen in allen Lebenslagen und
verkörpern somit ein echtes „People’s Business“. Als „Seismographen
der Gesellschaft“ verfügen die Freien Berufe über ein besonderes
Gespür für die Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen und
Wirtschaft und sind dadurch unverzichtbare, erfahrene Partner
zwischen Politik und Praxis.

Anhand aktueller Beispiele aus der Weltpolitik verdeutlichte
Spruzina, dass Frieden, Stabilität und Rechtssicherheit keine
Selbstverständlichkeit mehr sind. Gerade deshalb werde Europa für
seine Rechtsstaatlichkeit, unabhängigen Gerichte, durchsetzbaren
Verträge und den Schutz geistigen Eigentums global hochgeschätzt.
Gleichzeitig hob Spruzina hervor, wie essenziell der Erhalt der
Rechtssicherheit als Wettbewerbsvorteil für Österreich und Europa
sei.

Spruzina betonte: „Freie Berufe sind unabhängige Träger, die
unparteiisch, objektiv und den rechtlichen Grundsätzen verpflichtet
beraten, prüfen, vor Risiken warnen und konkrete Lösungsvorschläge
anbieten. Wir übernehmen zahlreiche Dienstleistungen und entlasten
damit direkt den Staat und alle Verwaltungsebenen. Als Notariat
dürfen wir stellvertretend für alle Berufsstände unsere
Vorreiterrolle bei der Digitalisierung hervorheben – so haben wir
unter anderem das Elektronische Urkundenarchiv eingeführt, das
Zentrale Vertretungsverzeichnis geschaffen, betreiben das Zentrale
Testamentsregister und können alle notariellen Dienstleistungen auch
online anbieten.“

Abschließend unterstrich Präsident Spruzina das Angebot, die
Freien Berufe als Experten mit umfassendem Fachwissen und
Umsetzungskraft zu nutzen.

Zwtl.: Podiumsgespräch mit den fünf Parlamentsfraktionen

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion der fünf
Parlamentsfraktionen wurden neben der Präsenz der Freien Berufe und
dem gegenseitigen kultivierten Austausch untereinander im Hohen Haus
ua. vorrangige Fragen zum Standing der Freien Berufe im Parlament,
zur grundsätzlichen Verschwiegenheit und der notwendigen Verankerung
derselben in die Verfassung, Ratifizierung der Österreichischen
Konvention zum Schutz den Anwaltsberufs aufgezeigt, aber auch
mögliche Konfliktsituationen bei der Ausübung der Berufspflichten,
Konsequenzen bei unsachgemäßer Handhabung von KI erörtert sowie die
Notwendigkeit der ständigen Weiterbildung/Qualifizierung aber auch
den Bedarf an vernünftigen politischen Rahmenbedingungen
angesprochen, um die hohen freiberuflichen Standards auch weiterhin
zu garantieren.

* Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO)
vereinigt als Dachverband die neun Freiberufskammern –
Österreichische Ärztekammer, Österreichische Apothekerkammer,
Österreichische Notariatskammer, Österreichische Patentanwaltskammer,
Österreichischer Rechtsanwaltskammertag, Kammer der
Steuerberaterinnen und Steuerberater und Wirtschaftsprüferinnen und
Wirtschaftsprüfer, Österreichische Tierärztekammer, Österreichische
Zahnärztekammer und der Bundeskammer der Ziviltechnikerinnen und
Ziviltechniker – mit rund 91.500 hochqualifizierten Freiberuflerinnen
und Freiberuflern und in etwa 200.000 bestens ausgebildeten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.