Wien (OTS) – Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 50.000
Beschäftigten der
Chemischen Industrie wurde heute nach vier Stunden abgebrochen,
nachdem seitens der Arbeitgeber ein respektloses Angebot in Form
einer Einmalzahlung von 250 Euro vorgelegt wurde. Für die
Gewerkschaften GPA und PRO-GE ist dieses Angebot nicht nur
inakzeptabel, sondern ein absoluter Affront gegenüber den
Beschäftigten.
Entgegen des bisherigen konstruktiven und
sozialpartnerschaftlichen Verhandlungsverlauf sehen die
Gewerkschaften PRO-GE und GPA das heutige Angebot als einen massiven
Rückschritt in den Verhandlungen. Die Gewerkschaften berufen daher am
23. April eine österreichweite Konferenz der Betriebsrätinnen und
Betriebsräte in Hörsching (Oberösterreich) ein.
„Eine Einmalzahlung von 250 Euro ohne jede nachhaltige Erhöhung
der Löhne und Gehälter ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht
der Beschäftigten und ist eine absolute Geringschätzung der Leistung
der Kolleginnen und Kollegen“, betonen die Verhandler der
Arbeitnehmer:innenseite, Mario Mayrwöger (GPA) und Hubert Bunderla (
PRO-GE). „Es sind die Beschäftigten, die jeden Tag unter schwierigen
Bedingungen Leistung erbringen, doch ihre Sorgen werden konsequent
ausgeblendet“, führen Mayrwöger und Bunderla weiter aus. „Gerade in
Zeiten von Krisen und Teuerung hat diese Vorgehensweise nichts mit
Vernunft zu tun, sondern ist die Reinform einer Provokation auf dem
Rücken der Beschäftigten!“, so Mayrwöger und Bunderla.
„Deshalb werden wir die Betriebsrätinnen und Betriebsräte der
Branche bereits am Donnerstag über den aktuellen Verhandlungsstand
informieren und weitere Schritte beraten“, erläutern die
Gewerkschafter. „Wenn man glaubt, uns mit einer Einmalzahlung
abspeisen zu können, werden auch wir auch den Druck in Form von
weiteren gewerkschaftlichen Maßnahmen erhöhen“, kündigen die
Gewerkschafter abschließend an.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29. April statt.