Innsbruck (OTS) – Wie können Hochschulen ihre Studierenden auf eine
Zukunft
vorbereiten, die von Unsicherheit, Komplexität und tiefgreifendem
Wandel geprägt ist? Mit FuturesComp liegt hierfür in Österreich
erstmals ein praxisorientierter Referenzrahmen vor.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und
Forschung (BMFWF) entwickelte der UNESCO Chair in Futures Capability
for Innovation and Entrepreneurship am MCI gemeinsam mit dem UNESCO
Chair an der PH Niederösterreich den FuturesComp – einen
Referenzrahmen, der Hochschulen bei der systematischen Verankerung
der sogenannten „Futures Literacy“ in Lehre und Curricula
unterstützen soll.
Zwtl.: Multiple Zukünfte verstehen
Futures Literacy beschreibt die Fähigkeit, sich aktiv mit
möglichen Zukunftsszenarien („POLY-Zukünften“) auseinanderzusetzen,
Veränderungen zu antizipieren und praktische Lösungen zu gestalten –
laut UNESCO eine der wichtigsten Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts.
Der neuartige FuturesComp bietet hierfür einen praxisorientierten
Zugang und dient laut BMFWF als normative und konzeptionelle
Grundlage für die Implementierung von Futures Literacy in der
Hochschullehre sowie für die Weiterentwicklung von Curricula und
Lehrveranstaltungen.
Im Zentrum des Referenzrahmens stehen fünf Schlüsselkompetenzen :
Erkundung, Mitverantwortung, Gestaltung, Selbstentwicklung und
Teilhabe in Bezug auf POLY-Zukünfte. Ergänzt werden diese Kompetenzen
durch Lernziele, Lernergebnisse, Handlungsanleitungen sowie Next-
Practice-Beispiele für die Hochschullehre. Grundlage für die
Entwicklung des Referenzrahmens waren systematische
Literaturrecherchen, Interviews und Fokusgruppen-Workshops mit
nationalen und internationalen Expert:innen.
Über die Hochschullehre hinaus setzt der FuturesComp auch einen
bildungspolitischen Impuls: Er macht sichtbar, wie Hochschulen
Studierende befähigen können, Zukunft nicht nur zu analysieren,
sondern aktiv, reflektiert und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Damit leistet das MCI einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen
Hochschulbildung in Österreich.
Zwtl.: Statements
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft
und Forschung, erklärt: „Das Bundesministerium für Frauen,
Wissenschaft und Forschung versteht die Förderung von Futures
Literacy als wichtigen Bestandteil einer zukunftsfähigen
Hochschulbildung. Wir danken allen Beteiligten für ihre Beiträge zu
diesem Projekt und laden alle Akteur:innen im Hochschulbereich ein,
den FuturesComp als Impulsgeber für innovative,
verantwortungsbewusste Lehre und Entwicklung zu nutzen.“
Antje Bierwisch , Chairholder des MCI UNESCO Chair in Futures
Capability for Innovation and Entrepreneurship und Projektleiterin
des FuturesComp , betont: „Futures Literacy ist mehr als eine
Kompetenz für Hochschulen – sie ist eine gesellschaftliche Ressource.
Wer lernt, mit Unsicherheit reflektiert umzugehen, alternative
Zukünfte zu denken und Verantwortung für Gestaltung zu übernehmen,
stärkt genau jene Fähigkeiten, die wir für gesellschaftlichen
Zusammenhalt, Innovation und Transformation brauchen.“
Carmen Sippl , Chairholder des PH NÖ UNESCO Chair in Learning and
Teaching Futures Literacy in the Anthropocene, zeigt auf: „Der
FuturesComp gibt der Hochschuldidaktik einen Innovationsschub:
Zukunftsbilder entstehen zu lassen, stellt den für jedes Lernen so
wichtigen Lebensweltbezug her – unabhängig von den Disziplinen: Er
lässt sich transdisziplinär nutzen.“
MCI Rektor Andreas Altmann ergänzt : „Als Unternehmerische
Hochschule® verstehen wir es als unseren Auftrag, Studierende nicht
nur wissenschaftlich exzellent auszubilden, sondern sie zur aktiven
Gestaltung der Zukunft zu befähigen. Dazu braucht es genau jene
Kompetenzen, die der FuturesComp beschreibt: den Umgang mit
Unsicherheit, das Erkennen von Chancen in offenen Zukunftsräumen und
die Bereitschaft, Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklung zu
übernehmen.“