Wien (OTS) – Social Media beeinflusst das Ernährungsverhalten von
Kindern und
Jugendlichen massiv – oft unbemerkt. Eine neue Broschüre des Fonds
Gesundes Österreich (FGÖ) und der Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit (AGES) zeigt, wie stark digitale Inhalte
Essgewohnheiten prägen und welche Rolle Eltern und Bezugspersonen
dabei spielen können.
Kinder wachsen heute in einer digitalen Umgebung auf, in der
ungesunde Lebensmittel allgegenwärtig sind – etwa in Influencer-
Videos, Gaming-Streams oder auf Plattformen wie TikTok, YouTube und
Instagram. Rund ein Viertel der Inhalte dort beschäftigt sich mit
Essen, der Großteil davon mit ungesunden Produkten. Gleichzeitig sind
nur etwa drei Prozent dieser Inhalte als Werbung gekennzeichnet.
Die Folgen sind deutlich messbar: Nach Kontakt mit entsprechender
Werbung nehmen Kinder und Jugendliche im Schnitt rund 30 Prozent mehr
Kalorien zu sich. Zudem steigt bereits ab etwa 60 Minuten täglicher
Mediennutzung bei jüngeren Kindern das Risiko für Übergewicht.
Zwtl.: Kinder müssen in digitalen Räumen besser geschützt werden
„Kinder müssen in digitalen Räumen besser geschützt werden. Dazu
gehören klare Regeln für die Nutzung von Social Media, aber genauso
wichtig ist es, Medienkompetenz zu stärken und Eltern zu
unterstützen“, betont Gesundheitsministerin Korinna Schumann. „Es
geht darum, gesunde Entscheidungen im Alltag einfacher zu machen –
durch bessere Rahmenbedingungen und mehr Bewusstsein.“
Lebensmittel werden häufig nicht als klassische Werbung
dargestellt, sondern beiläufig in Videos integriert – etwa durch
Influencer:innen, Challenges oder Trends. Dadurch entsteht der
Eindruck, ungesunde Snacks und Getränke seien Teil eines normalen
Alltags.
Je früher Kinder diesen Einflüssen ausgesetzt sind, desto stärker
prägen sie Geschmacksvorlieben und Essgewohnheiten in die falsche
Richtung aus. Hinweise können sein, wenn Kinder vermehrt stark
verarbeitete Lebensmittel verlangen oder gemeinsame Mahlzeiten
ablehnen.
Zwtl.: „Gesunde Ernährung beginnt mit Bewusstsein“
„Viele Eltern wissen nicht, wie stark Social Media das
Essverhalten ihrer Kinder beeinflusst. Mit der Broschüre wollen wir
genau hier ansetzen – informieren, sensibilisieren und konkrete
Hilfestellungen geben“, sagt Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes
Österreich.
„Kinder und Jugendliche sind heute einer enormen Menge an
digitalen Einflüssen ausgesetzt – auch im Bereich Ernährung. Umso
wichtiger ist es, verlässliche Informationen bereitzustellen und
Orientierung zu geben“, erklärt Johannes Pleiner-Duxneuner,
Geschäftsführer der AGES.
Die Broschüre „Social Media, Werbung und Ernährung bei Kindern
und Jugendlichen“ ist ab sofort online verfügbar unter: Werbung,
Social Media und Trends: Ernährung im Alltag von Kindern und
Jugendlichen