3. Wissensforum Hirschwang 2026 unter dem Motto „Faktor Arbeit entlasten“

Reichenau/Rax (OTS) – Mag. Susanne Zach, Partnerin bei Ernst & Young
Österreich,
besprach am Donnerstag in ihrem Statement beim Wissensforum
Hirschwang unter dem Motto „Faktor Arbeit entlasten“ das Thema „KI
und gute Zusammenarbeit“. Demnach steh 70 Prozent der Unternehmen in
Europa der KI positiv gegenüber. KI wird bereits zur
Lieferkettenoptimierung , als Chatbot beim Kundenservice oder für das
Datenmanagement im Betrieb ebenso wie für Auswahl und Recruiting im
HR-Bereich verwendet. Die Arbeitskräfte der Zukunft zu entwickeln,
erfordert jedenfalls eine humanistische Denkweise, so Zach, die
Charles Darwin zitierte: “Es ist nicht die stärkste Spezies, die
überlebt, sondern diejenige, die am anpassungsfähigsten ist“.

Univ.-Prof Friedrich Tumpel verwiese auf die Besonderheiten des
aktuellen Wandels durch KI. Denn KI betrifft kognitive Aufgaben,
diese waren bisher von Automatisierungen nicht betroffen. Weiters
eine rasche Leistungssteigerung und eine breite Adaption und ein
Produktivitätsparadoxon, denn die Arbeitsproduktivitätssteigerung
durch KI liegt laut OECD nur bei 0,2 bis 1,3 Prozentpunkte pro Jahr.

Für die Staatsfinanzen bedeutet diese Entwicklung der KI einen
„doppelten Schlag“. Einerseits sinkende Lohnsteuereinnahmen und
Sozialversicherungsbeiträge, andrerseits steigende Ausgaben für
soziale Netze, wie Arbeitslosengeld und Pensionen.

„Das Strukturproblem, dass Arbeit höher besteuert ist als
Kapital, gehört geändert“, so Tumpel. Die nächsten 10 Jahre sind das
kritische Politikfenster. Die Besteuerung muss Fiskal-, Distributiv-
und Korrektivziele verbinden und eine internationale Koordination ist
dafür unabdingbar“, so Tumpel.

Mag. Dr. Stefan Schulmeister von der Uni Wien konzentrierte sich
in seinem Vortrag auf Maßnahmen für mehr soziale Gleichheit. Welche
Reformen braucht es also?“, fragte Schulmeister. Um der steigenden
Ungleichheit und Vermögensverteilung entgegenzutreten bedarf es einer
neuen Verteilung der Steuerlast. Realinvestitionen müssen begünstigt
werden, unproduktive Privatvermögen hingegen müssen stärker besteuert
werden, ebenso kurzfristige Spekulationen. Auch Vermögens-,
Schenkungs- und Erbschaftssteuer sowie eine Wertschöpfungsabgabe
sollen zu einer Verringerung sozialer Ungleichheit führen.