Wien (OTS) – Der im Regierungsprogramm angekündigte
Unterhaltsgarantie-Fonds soll
der Vermeidung von Frauen- und Kinderarmut dienen. „Die Umsetzung der
Unterhaltsgarantie ist dringend notwendig, denn in unserer Beratung
begleiten wir viele Frauen, die weder Unterhalt noch
Unterhaltsvorschuss bekommen“ , sagt Mag. Martina Kronthaler,
Generalsekretärin von aktion leben österreich , Trägerin einer
geförderten Familienberatungsstelle. Dies sei etwa dann der Fall,
wenn der Vater nicht bekannt, nicht greifbar oder nicht
zahlungswillig oder zahlungsfähig ist, wie konkrete Fallbeispiele aus
der Beratungspraxis zeigen (siehe unten).
Zwtl.: Existenzielle Absicherung von Müttern und Kindern
Auch durch lange Verfahren bei Vaterschafts-Anerkennungen und
Unterhaltsexekution bekämen Frauen oft monatelang kein Geld, hätten
aber alle Lebenserhaltungskosten zu tragen. „Wenn der Vater bei
Gerichtsterminen nicht erscheint und wegen Einspruchsfristen werden
die Prozesse häufig noch weiter hinausgezögert“, erklärt Kronthaler.
Zwtl.: Streit, Erpressung, Machtspiele rund um Unterhaltszahlungen
Wenn sich Väter ihrer Verantwortung entziehen, gehe dies auf
Kosten von Frauen und Kindern. „Babys brauchen rund um die Uhr eine
psychisch stabile und verfügbare Mutter. Existenzängste, lange
Gerichtsverfahren und Konflikte stellen jedoch eine enorme psychische
Belastung für die Frauen da.“ Oftmals würden über die
„Unterhaltsabhängigkeit“ der Frauen auch Beziehungskonflikte
ausgetragen sowie seitens der Väter Macht und Kontrolle ausgeübt.
Zwtl.: Konkrete Beispiele aus der Beratungspraxis von aktion leben
„Es gibt Ex-Partner, die derart Druck auf die Frau ausüben, bis
sie auf den Unterhalt verzichten – erst dann würde Psychoterror
beendet,“ berichtet Kronthaler. Immer wieder würden sich Männer auch
der Vaterschaftsanerkennung entziehen und ins Ausland absetzen. „Dann
stehen die Frauen mit ihren Babys gerade in der vulnerabelsten Phase
allein da“, so Kronthaler. „Es ist bekannt, dass sich das
Stressempfinden der Mutter auf die Kindesentwicklung auswirkt. Daher
muss die finanzielle und auch emotionale Sicherheit Müttern und
Kindern in unserer Gesellschaft höchste Priorität haben.“