Wien (OTS) – Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen haben heuer 14
Kinder- und
Jugendfahrräder im 24-Zoll-Format getestet. Die Preisspanne der
Modelle lag zwischen 268 und 808 Euro. Geprüft wurden Handhabung,
Fahreigenschaften, Sicherheit, Verarbeitung sowie die Belastung durch
Schadstoffe. Das Ergebnis: Elf von 14 Rädern erhielten das Urteil
„gut“, zwei wurden mit „befriedigend“ bewertet – und ein Fahrrad fiel
mit „nicht genügend“ durch.
„An der Spitze des Tests steht das ‚Woom Explore 5‘, das in allen
Hauptkategorien hohe Bewertungen erzielen konnte. Es ist das einzige
Modell mit Scheibenbremsen und auch das einzige, das vollkommen frei
von Schadstoffen ist“, erklärt ÖAMTC-Technikexperte Dominik
Darnhofer. „Das Schlusslicht im aktuellen Test bildet das ‚Bikestar
Jugend Fahrrad Leicht 24 Zoll 8 Gang‘, bei dem in den Griffen
gesundheitsschädliche Kohlenwasserstoffe, sogenannte PAKs,
nachgewiesen wurden – darunter das hochgradig krebserregende Benzo[a]
pyren.“ Damit war auch das Gesamturteil ein „nicht genügend“, das
„Bikestar“ ist daher im Test als einziges Fahrrad durchgeflogen.
Zwtl.: Auffälligkeiten bei Bremsen, Fahrverhalten und Beleuchtung
Beim Decathlon/B’Twin unterschreitet die Bremsleistung bei Nässe
den geforderten Normwert. „Eine Gefahrenbremsung bei Regen ist damit
nur deutlich verzögert möglich und kann im Ernstfall einen Unfall zur
Folge haben“, warnt der ÖAMTC-Experte. Die besten Bremsleistungen
zeigten die Modelle von KTM und Winora.
Was die Fahreigenschaften betrifft, fiel vor allem das Puky LS-
Pro 24-8 auf: Hier berührten die Fahrrad-Pedale in Schräglage den
Boden, was in dieser Kategorie zu Abzügen führte. Außerdem wiesen
mehrere Modelle Verbesserungspotenzial bei der Ausstattung auf –
einige werden z. B. ohne die laut StVO erforderlichen Reflektoren
geliefert. Auch bei der Beleuchtung gibt es bei einigen Rädern noch
Nachholbedarf.
Zwtl.: Gewicht und Seitenständer als weitere Kritikpunkte
Das höchstzulässige Gesamtgewicht der getesteten Räder reicht von
49,85 bis 89,5 kg. „Im Durchschnitt wiegt ein Kind mit elf Jahren
zwischen 40 und 50 Kilogramm. Die Modelle von Academy und KTM bieten
für diese Altersgruppe somit kaum bis gar keine Reserve für
zusätzliches Gepäck“, so Darnhofer.
Beim negativ bewerteten Modell von Bikestar schränkt die geringe
Auszugslänge der Sattelstütze zudem auch die Nutzungsdauer des
Fahrrads ein. Des Weiteren machte der mittig angebrachte
Seitenständer bei den Modellen von Axess, Bikestar, Bulls, Cube,
S’COOL, Decathlon, Puky und Raymon Probleme im Test, da er beim
Rückwärtsschieben mit dem Pedal kollidiert und auch das Losfahren
erheblich erschwert.
Zwtl.: Das fordern ÖAMTC und Partnerorganisationen
Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen fordern klare
Konsequenzen vonseiten der Hersteller: keine giftigen PAKs oder
Weichmacher mehr in Griffen und Satteln, Bremsen auf dem aktuellen
Stand der Technik sowie vollständige, StVO-konforme Ausstattung ab
Werk. Zudem sollte auch das höchstzulässige Gesamtgewicht direkt am
Fahrrad ausgewiesen sein.
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