Innsbruck (OTS) – Mit dem Frühling kommen seltene Kiesbrüter, wie der
Flussuferläufer
und der Flussregenpfeifer, zum Brüten an den Inn. Um die Tiere bei
der Partnersuche und beim Brüten nicht zu stören, machen WWF
Österreich und BirdLife auf die sensiblen Tiere aufmerksam. „ Der Inn
ist ein Schatz der Artenvielfalt. Stark gefährdete Vögel wie der
Flussuferläufer finden nur noch an wenigen Stellen Zuflucht.
Besonders in diesen Gebieten müssen wir zum Schutz der Tiere
Rücksicht nehmen und uns während der Brutzeit von Kiesbänken
fernhalten ”, sagt WWF-Flussexpertin Marianne Götsch. Da die Tiere
ihre Eier auf den Kiesbänken ablegen, werden sie oft unwissend von
Erholungssuchenden gestört. „Die kiesbrütenden Vogelarten flüchten
und verlassen ihre Brut – im schlimmsten Fall werden die gut
getarnten Eier zertreten. Darum stellen wir im Rahmen von INNsieme
connect Informationsschilder auf und weisen bis Ende Juli auf die
Brutreviere hin”, sagt Götsch.
Auch freilaufende Hunde können die brütenden Vögel stören: „ Hunde
haben einen größeren Bewegungsradius als Menschen und werden von den
Vögeln als Beutegreifer erkannt. Selbst wenn ein Hund die Vögel nicht
direkt jagt, stresst schon sein Vorbeilaufen die Vögel so sehr, dass
die Brut verloren gehen kann ”, so Katharina Bergmüller, Leiterin der
BirdLife-Landesstelle Tirol. Die gute Nachricht: Ein angeleinter Hund
stört die seltenen Vögel weit weniger. Mit ausreichend Abstand steht
einem Spaziergang mit Hund entlang des Inns aber nichts im Wege.
Bereits seit mehreren Jahren führt BirdLife Erhebungen zu
Flussuferläufern am Inn durch. Positiv ist, dass sich die Bestände in
den letzten Jahren erholt haben und auch die Zahl der Reviere
zugenommen hat. Seit 2024 wird auch in Pfunds und Fließ wieder
gebrütet. Acht der zwölf besiedelten Flussabschnitte liegen in
renaturierten Gebieten – ein deutlicher Beweis, dass die Maßnahmen
wirken. Dennoch stagniert der Anteil der Reviere mit Jungvögeln seit
2020 bei rund 40 Prozent. An manchen Renaturierungsabschnitten
konnten noch kaum Erfolge beim Brüten verzeichnet werden, da es
besonders oft zu Störungen kommt. Hier appellieren BirdLife und WWF
ganz besonders an die Menschen Rücksicht auf die seltenen Vögel zu
nehmen.
Über INNsieme connect
Gemeinsam für den Inn – das ist das Motto von INNsieme connect, der
Fortsetzung des erfolgreichen Projekts INNsieme (2019–2022):
Partnerorganisationen mehrerer Länder kommen zusammen, um den Inn als
wertvollen Lebensraum für Mensch und Natur zu stärken und ein
Netzwerk für den Schutz des Inns zu schaffen. Dabei werden Maßnahmen
zum Artenschutz, zur Umweltbildung und zur Planung konkreter
Renaturierungen am Inn und seinen Zubringern umgesetzt. Ermöglicht
wird dies durch die Kofinanzierung der Europäischen Union im Rahmen
des Förderprogramms Interreg Bayern–Österreich 2021–2027 sowie durch
die Förderung durch das Land Tirol.
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