KV Finance: Blockadehaltung der Arbeitgeber setzt sich fort

Wien (OTS) – Die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag
der rund 68.000
Beschäftigten des Finanzsektors wurde heute erneut ohne Einigung
unterbrochen. Die Arbeitgeber halten weiterhin an ihrer
Blockadehaltung fest und weigern sich trotz Milliardengewinnen ein
verbessertes Angebot zur Erhöhung der Gehälter vorzulegen. Das
Angebot liegt weiterhin bei 2,3 Prozent und einem Fixbetrag von 20
Euro sowie einer Einmalzahlung in der Höhe von 250 Euro.

„Die anhaltende Ablehnung der Arbeitgeber auf einen angemessenen
Abschluss verunmöglicht es eine tragbare Lösung für beide Seiten zu
finden. Unsere Aufgabe als Sozialpartner ist es entlang der
wirtschaftlichen Entwicklung der eigenen Branche zu agieren und eine
Einigung am Verhandlungstisch zu erzielen“, betont Wolfgang
Pischinger, Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und
Zentralbetriebsrat der OBERBANK. „Doch wenn Fakten keine Rolle mehr
spielen und das einzige Argument darin besteht Abschlüsse anderer
Branchen als Rechtfertigung für ein niedriges Angeboten zu verwenden,
hat das wenig mit konstruktiven Verhandlungen zu tun“, betont Anita
Palkovich, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA.

Bereits im Vorfeld der Verhandlungsrunde hat die Gewerkschaft GPA
zu einer österreichweiten Konferenz der Betriebsrät:innen der Branche
aufgerufen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. „In der
kommenden Woche werden wir Betriebsversammlungen einberufen, um
gemeinsam mit den Beschäftigten den Weg für weitere Maßnahmen
freizumachen“, erklärt Pischinger. „Kampfmaßnahmen können somit nicht
mehr ausgeschlossen werden, sollte es auch in der nächsten
Verhandlungsrunde zu keinem vertretbaren Abschluss kommen. Maßnahmen
können von Aktionen in den Betrieben bis hin zu ersten Warnstreiks
reichen“, führt Palkovich weiter aus. „Unser Ziel bleibt eine Lösung
am Verhandlungstisch, doch dafür müssen die Arbeitgeber die realen
Leistungs- und Ergebnissituationen anerkennen und endlich den Weg für
konstruktive Verhandlungen freimachen“, betonen Pischinger und
Palkovich abschließend.

Die sechste Verhandlungsrunde findet am 4. Mai statt.