Die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie 2026

Wien (OTS) – Positiv, herausfordernd und voller grundlegender
Veränderungen: So
sehen die 16- bis 25-Jährigen ihre Zukunft …

Jung sein in einer Welt voller Möglichkeiten und Chancen, aber
auch voller Krisen und Unsicherheiten – dieses Spannungsfeld prägt
den Alltag der GenZ und die Rahmen-bedingungen ihrer Lebensplanung.
Die Ö3-Jugendstudie 2026 greift dies auf und stellt zentrale Fragen:
Wie lenkt die Gegenwart den Blick der jungen Menschen auf die
Zukunft? Wie schätzen sie die Auswirkungen aktueller Entwicklungen
auf Gesellschaft und Lebenswelt in 10 Jahren ein? Wo sehen sie die
großen Probleme – wo mögliche Lösungen? Und hat ihr Denken und
Handeln Potenzial, um diesen Herausforderungen zu begegnen?

Vier Wochen lang waren alle gefragt – jetzt präsentiert Hitradio
Ö3 die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie 2026. Die 13.500
Teilnehmer:innen in der Zielgruppe – insgesamt haben rund 20.000
junge Menschen mitgemacht – geben aufschlussreiche Einblicke, wie die
16- bis 25-Jährigen ihr Leben, die Welt und die Zukunft sehen.

Ingrid Thurnher, interimistische ORF-Generaldirektorin und
Radiodirektorin: „Die Ö3-Jugendstudie 2026 zeigt eine Generation, die
trotz Krisen zuversichtlich bleibt – und gleichzeitig sehr klar sagt,
wo es Veränderung braucht. Für den ORF ist das ein Auftrag,
zuzuhören, Orientierung zu geben und Debattenräume auf Augenhöhe zu
öffnen. Die starke Beteiligung macht deutlich: Die GenZ will mitreden
– und wir bieten dafür eine verlässliche Plattform.“

„ Die Ö3-Jugendstudie ist für uns als Radiosender von großer
Bedeutung – heuer bereits zum sechsten Mal. Sie gibt uns konkrete
Einblicke, was 16- bis 25-Jährige bewegt: von ihren
Zukunftserwartungen über digitale Gewohnheiten bis zu dem, was sie
sich von Schule und Arbeitswelt wünschen. Dieses Feedback nehmen wir
ernst und lassen es in unsere Inhalte einfließen, damit Ö3 auch
künftig eine offene und verlässliche Plattform und Begleiter für
junge Menschen bleibt ,“ so Ö3-Senderchef Michael Pauser.

Short Facts quer durch alle Lebensbereiche:

…mit ihrem Leben zufrieden sind 87%…

…dass sie sich in zehn Jahren ein Einfamilienhaus leisten
können, glauben 41%…

…verheiratet sehen sich in Zukunft 66 Prozent, 65% mit
Kindern…

…Treue in Partnerschaften wichtig finden 73%…

…eher auf Sex als auf ihr Smartphone verzichten würden 40%…

…Infinite Scrolling, also endlos Social Media schauen, betrifft
73%…

…dass KI in der Schule zielgerichtet gelernt werden soll,
finden 62%…

…mehr Raum für Diskussionen wünschen sich 87% von der Schule
der Zukunft…

…dass Clubs und Discos an Bedeutung verlieren werden, glauben
77%…

…dass Aktien und Fonds in den nächsten Jahren wichtiger werden,
glauben 82%…

…dass Österreich ohne Zuwanderung schlechter dran wäre, sagen
64%…

…eine Wehrdienstverlängerung gut finden 34%…

…die größten Sorgen: „genug Geld haben“ (40%), „leistbare
Wohnungen (31%) und „soziale Unruhen“ (27%)…

…dringenden Handlungsbedarf bei der Pflege sehen 73% …

…Lebensmittel wenn möglich aus Österreich wollen 78%…

…dass Solarenergie in Zukunft in Österreich eine große Rolle
spielen wird, glauben 96 Prozent…

…ein Windrad in ihrer Umgebung gut finden 78%…

…andere Meinungen zu akzeptieren ist für 82% kein Problem…

…für Politik interessieren sich 74%…

…optimistisch für ihre Zukunft sind 86%…

Die gute Nachricht:

Trotz jahrelanger multipler Krisen, deren Folgen sich in vielen
Bereichen auf das eigene Leben durchschlagen, hat der Großteil der
jungen Generation des Landes den Optimismus und den Glauben an sich
sowie die eigene Gestaltungskraft für eine gelingende Zukunft nicht
verloren.

Die Herausforderung:

In zentralen Lebensbereichen – Bildung, Arbeit, Gesundheit,
Energie – braucht es die Bereitschaft der Gesellschaft für
Veränderungen und neu zu denken. Wie realistisch das angesichts
vielfältiger Lebenslagen und Interessen ist, bleibt offen und
verlangt nach einer unvoreingenommenen Diskussion. Gerade die junge
Generation fühlt sich dabei ausgeschlossen und nicht gehört, obwohl
es in vielerlei Hinsicht um ihre Zukunft geht und vor allem sie die
Konsequenzen gegenwärtiger Entscheidungen zu tragen haben.

Die Botschaft:

Diskussionsbereitschaft, ein Miteinander auf Augenhöhe, im
Kleinen und Großen nach Lösungen suchen und Gestaltungsräume
ausschöpfen sollten stärker gefördert und gelebt werden. Denn ohne
all das sind die großen Herausforderungen aus Sicht der GenZ nicht zu
bewältigen.

Die zentralen Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie 2026:

Der Blick in unsere Zukunft…

Die Schule der Zukunft: Lebensnah, wegweisend, partizipativ

Für die GenZ ist klar: Die Schule der Zukunft soll digital
kompetent machen, Digitalisierung darf aber nicht zum Selbstzweck
werden. Daher wünschen sich 96% auch mehr Wissen fürs Alltagsleben –
zum Beispiel mehr Finanzwissen, 88% mehr Allgemeinwissen, 87% mehr
Raum für Diskussion und 85% mehr interaktives Lernen.

Die Arbeit der Zukunft: Sicher, wertschätzend, sinnstiftend

Vor dem Krisenhintergrund soll Arbeit für die GenZ zunächst
einmal den Lebensunterhalt sichern (70%). Im Berufsleben möchte sie
aber auch ernst genommen werden (78%), einen sicheren Arbeitsplatz
haben (74%), in einem guten Team arbeiten (72%) und etwas Sinnvolles
tun (70%). Work Life Balance ist im Vergleich dazu weniger wichtig (
62%).

Die Energieversorgung der Zukunft: Nachhaltig, aber pragmatisch

Im Kontext von Klimawandel und geopolitischen Konflikten setzt
die GenZ bei der Energiefrage auf Nachhaltigkeit: Sie erwartet, dass
Solarenergie (96%), Wasserkraft (92%) und Windenergie (91%) künftig
eine deutlich größere Rolle spielen werden. Gleichzeitig ist sie
realistisch und geht davon aus, dass fossile Brennstoffe weiterhin
genutzt werden (65%).

Die Konfliktlösung der Zukunft: Zusammenarbeit vor Aufrüstung

Eine Verlängerung des Wehrdienstes lehnen zwei Drittel der GenZ (
66%) ab, 56% sprechen sich gegen Aufrüstung aus. Klar Stellung
bezieht die GenZ zur europäischen Zusammenarbeit: 89% votieren dafür,
dass die EU-Staaten in Zukunft stärker kooperieren. Hiervon
ausgenommen ist der militärische Bereich, denn eine gemeinsame
europäische Armee möchte die Mehrzahl der jungen Menschen (62%)
nicht.

Der Blick auf mein Leben und meine Zukunft…

Leben läuft – wenn das Fundament passt

Trotz Krisen ist die Mehrzahl der GenZ (87%) mit ihrem Leben
zufrieden – vor allem dank guter sozialer Beziehungen und wenn
finanzielle Sicherheit gegeben ist.

Swipe, scroll, repeat – willkommen im Feed-Sog

Die Hälfte der GenZ verbringt täglich fünf oder mehr Stunden vor
einem Bildschirm. Dabei haben sich rund drei Viertel (73%) bereits in
endlosen Feeds verloren, und etwa die Hälfte (53%) hat schlechte
Nachrichten im Dauerscroll-Modus konsumiert. Von sexualisierten
Übergriffen im Netz berichten wiederum vor allem junge Frauen: Mehr
als die Hälfte von ihnen (56%) hat ungefragt Dick Pics erhalten und
rund jede Fünfte (22%) war mit Grooming konfrontiert.

Informiert und interessiert – auch wenn’s weh tut

Der Großteil der GenZ (89%) verfolgt aktuelle Nachrichten: 55%,
um an laufenden Debatten teilzuhaben und 34%, um trotz der damit
einhergehenden Belastung informiert zu bleiben. Für rund jede:n
Zehnte:n überwiegt der Belastungsfaktor – sie versuchen Nachrichten
eher zu vermeiden. An Politik interessiert sind drei Viertel (74%),
von dieser vertreten sieht sich die Mehrzahl der GenZ jedoch wenig (
48%) oder gar nicht (33%).

Dringender Aufruf zu handeln – besser gestern als morgen

Daran anschließend sieht die GenZ in zahlreichen gewichtigen
Lebensbereichen dringenden Handlungsbedarf. Allen voran in
Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise (78%), beim Abbau von
ökonomischer Ungleichheit (77%), in der Pflege (73%), bei der
Zuwanderung (73%), der Wegwerfgesellschaft (71%) und dem Klimawandel
(69%).

Mein Leben in zehn Jahren – wird eh gut

Inmitten von Krisen gelingt es der GenZ, einen kritischen Blick
auf die Welt mit Optimismus und Pragmatismus für das eigenen Leben zu
verbinden: Während 79% die weltweiten Entwicklungen pessimistisch
einschätzen, sind die jungen Menschen für sich selbst weitgehend
optimistisch (86%) und sehen sich mehrheitlich (66%) mit
Handlungsspiel-räumen ausgestattet.

Die Ö3-Jugendstudie 2026 – alle Ergebnisse im Detail

Alle Detailergebnisse auf alle Fragen quer durchs Leben der GenZ
und eine ausführliche Zusammenfassung gibt es hier:
https://cloud.orf.at/s/iqqXsifpSKsbPR8

Die Übersicht findet sich auch auf der Ö3-Homepage https:/oe3.at
und der ORF Public-Value-Seite https://zukunft.orf.at/

Die Ö3-Jugendstudie – Methode & Facts

Die Ö3-Jugendstudie ist ein Projekt von Hitradio Ö3, unterstützt
von ORF Public Value und wissenschaftlich begleitet vom
Sozialforschungsinstitut FORESIGHT. Speziell die 16- bis 25-Jährigen
wurden eingeladen, Fragen quer durch alle Lebensbereiche zu
beantworten, zu diskutieren und so ein aktuelles Bild ihrer
Generation zu zeichnen. Datengrundlage der Ö3-Jugendstudie ist eine
Online-Befragung, an der zwischen dem 2. März und dem 29. März 2026
insgesamt 19.508 junge Menschen teilgenommen haben. Für die
Auswertung wurden die Daten auf die 13.457 Teilnehmer:innen in der
Zielgruppe eingeschränkt.

Die Ö3-Jugendstudie – ein Fixpunkt im Frühjahr

Die Ö3-Jugendstudie wird jedes Jahr im Frühjahr durchgeführt. Ein
Pool an Basis-Fragen ermöglicht langfristige Vergleiche von
Einstellungen und Werten. Zusätzlich werden Jahr für Jahr Fragen zu
aktuellen Themen gestellt, die direkt und unmittelbar die Perspektive
der jungen Generation in die gesellschaftliche Diskussion einbringen.
Die Ö3-Jugendstudie wird in allen ORF-Medien zum Thema: Einen ganzen
Monat lang werden die Fragen präsentiert, die Zwischenergebnisse
beleuchtet und dann die Ergebnisse zur Diskussion gestellt. So wird
aus der Ö3-Jugendstudie ein multimediales ORF-Projekt für die
Generation Z mit Bedeutung fürs ganze Land.