Wien (OTS) – Innenminister Gerhard Karner, der Generaldirektor für
die öffentliche
Sicherheit, Franz Ruf, Gruppenleiterin Elisabeth Wenger-Donig und
Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner vermeldeten am 10. April 2026
den Vollausbau des europäischen Entry-Exit-Systems (EES) am Flughafen
Wien sowie an allen weiteren internationalen österreichischen
Flughäfen und zogen eine erste Bilanz.
„Das Entry-Exit-System ist in Vollbetrieb und somit ein wichtiger
Schritt bei der konsequenten Umsetzung des europäischen Asylpakts“,
sagte Innenminister Gerhard Karner, der auch auf erste Erfolge
verwies: „Dank der flächendeckenden Registrierung bei der Einreise
aus Nicht-EU-Staaten konnten die illegalen Einreiseversuche um über
30 Prozent reduziert werden.“
Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, sagte:
„Durch die Digitalisierung wurden die Grenzkontrollen an den
Flughäfen effizienter. Zusätzlich unterstützt uns das System bei der
Identifizierung von Verdächtigen und bei der Aufklärung von schweren
und terroristischen Straftaten.“
„Heute beginnt ein neues Zeitalter an den europäischen
Außengrenzen: Das Stempeln des Reisepasses bei der Ein- und Ausreise
ist Geschichte und die automatisierte Erfassung von biometrischen
Daten sowie Reisedaten die neue Regel. Der Vollbetrieb des neuen
europäischen Entry-Exit-Systems bringt eine Modernisierung der
Grenzkontrollen und einen Sicherheitsgewinn für Österreich und den
gesamten Schengen-Raum. Ein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern, die an der Vorbereitung – rechtlich, technisch und
operativ – beteiligt waren“, betonte Gruppenleiterin Wenger-Donig.
An den österreichischen Flughäfen gibt es seit der Inbetriebnahme
des EES im Oktober 2025 keine wesentlichen Veränderungen der
Wartezeiten. Das System hat eine präventive Wirkung – so konnten
weniger missbräuchliche Wiedereinreiseversuche nach einer
Aufenthaltsüberziehung verzeichnet und auch Identitätsbetrug mit
neuen Reisedokumenten frühzeitig erkannt und geahndet werden.
Außerdem trägt das EES zu einer effektiveren Aufdeckung von
Missbrauchsfällen bei: Durch die flächendeckende digitale Erfassung
mittels EES konnten mehr Aufenthaltsübertretungen angezeigt werden.
Das EES trägt dadurch wesentlich zu einem starken europäischen
Grenzschutz bei und ist ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des
europäischen Asylpakts.
EES in Österreich auf sechs Flughäfen und 23 Flugfeldern im
Betrieb
Seit dem 10. April 2026 steht das EES im Vollbetrieb. Es erfasst
Ein- und Ausreisen von Personen aus Drittstaaten sowie biometrische
Daten wie Fingerabdrücke und das Gesichtsbild. Dadurch können
illegale Aufenthalte leichter aufgedeckt, Visumsüberziehungen
automatisch erkannt und Identitätsbetrug verhindert werden. Betrieben
wird das System an den Außengrenzen der sechs österreichischen
Flughäfen und an 23 Flugfeldern. Zusätzlich sind auch mobile Geräte
für den Grenzschutz im Einsatz.
„Mit dem neuen Entry-Exit-System werden ab heute 100 Prozent der
Reisenden aus dem Non-Schengen-Raum biometrisch erfasst – das erhöht
die Sicherheit und verhindert Identitätsbetrug. So kann wirksam
kontrolliert und erfasst werden, wer einreist und wie lange sich
jemand hier aufgehalten hat. Der Ausbau hat 16 Millionen Euro
gekostet. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Behörden konnte damit
ein neuer Meilenstein für mehr Sicherheit erfolgreich verwirklicht
werden“, sagte Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG.
Insgesamt wurden bundesweit rund 22,6 Millionen Euro in die 244
Kamerasysteme, 112 Selbstregistrierungskioske, Fingerabdruckscanner,
entsprechende Software für die Flughäfen und 85 mobile
Grenzkontrolllösungen investiert, zwölf Millionen Euro davon
kofinanziert durch EU-Mittel.