Wien (OTS) – Drei Viertel der Bevölkerung (76 Prozent) halten es für
wichtig, dass
in Österreich Maßnahmen zur Renaturierung umgesetzt werden. Mehr als
zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten sehen das EU-
Renaturierungsgesetz und seine Ziele positiv. Das ergibt eine
aktuelle repräsentative Online-Umfrage des market-Instituts für den
WWF. Österreich muss seinen nationalen Wiederherstellungsplan bis zum
1. September vorlegen. „Die hohe Zustimmung der Menschen
unterstreicht, dass Renaturierung nicht nur ökologisch sinnvoll,
sondern auch gesellschaftlich breit getragen wird. Das ist ein klarer
Handlungsauftrag für die Politik“ , sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Der WWF fordert einen ambitionierten Wiederherstellungsplan sowie
klare finanzielle Zusagen noch in diesem Jahr. Zentrale Weichen
sollten bereits im Doppelbudget von Finanzminister Markus Marterbauer
gestellt werden.
„Die Zustimmung zur Renaturierung geht über ein grundsätzliches
Bekenntnis hinaus und zeigt sich auch bei konkreten Nachfragen“, sagt
market-Studienleiterin Birgit Starmayr. 73 Prozent der Befragten
halten den Einsatz finanzieller Mittel für Renaturierungsmaßnahmen
für wichtig. 66 Prozent der Befragten stimmen laut Umfrage der
Aussage zu, dass sich Bundeskanzler und Umweltminister bei der EU-
Kommission für zusätzliche Gelder für Renaturierung in Österreich
einsetzen sollen. 62 Prozent befürworten den Vorschlag, dass
umweltschädliche Subventionen schrittweise abgebaut und für
Renaturierungsmaßnahmen verwendet werden sollten. 57 Prozent sind
dafür, dass Bund und Länder ausreichend finanzielle Mittel
bereitstellen.
Besonders hohe Zustimmung im Burgenland, in Niederösterreich und
Kärnten
Die generelle Unterstützung für Renaturierungsmaßnahmen zieht sich
durch ganz Österreich. Besonders hoch ist sie im Burgenland (88
Prozent) in Niederösterreich und Kärnten (je 84 Prozent) sowie in
Salzburg (83 Prozent). Als Vorteile nennen die Befragten vor allem
die Sicherung der Trinkwasserqualität, die Speicherung von Wasser in
der Landschaft als natürlicher Hochwasserschutz sowie die
Verringerung der Hitzebelastung in Städten. „Angesichts der Klima-
und Biodiversitätskrise werden natürliche Schutzmaßnahmen immer
wichtiger. Sie zahlen sich volkswirtschaftlich und ökologisch
mehrfach aus“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme zählt zu den
dringlichsten Aufgaben der nächsten Jahre. In Österreich sind über 80
Prozent europarechtlich geschützter Arten und Lebensräume in keinem
günstigen Erhaltungszustand. Mehr als die Hälfte der Fließgewässer
verfehlt die EU-Kriterien für einen guten ökologischen Zustand.
Ebenfalls ein negativer Faktor ist der hohe Bodenverbrauch von im
Schnitt 6,5 Hektar pro Tag. Laut Renaturierungsverordnung müssen bis
2030 auf mindestens 20 Prozent aller Land- und Meeresflächen in
Europa wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur gesetzt
werden.
Über die Umfrage zur Renaturierung
Für die aktuelle Umfrage hat market im Auftrag des WWF 1.000 Personen
online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die
österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren (Schwankungsbreite: +/- 3,16
Prozentpunkte; Zeitraum 17. Februar bis 2. März). Für Bundesländer-
Auswertungen wurde die Stichprobe auf n=1.330 aufgestockt (
Schwankungsbreite: +/- 2,74 Prozentpunkte).
Grafiken und Bilder zur Umfrage hier .