Greenpeace-Report: Täglich wandern 81,4 Millionen Euro Übergewinne in die Kassen der Öl-Industrie in der EU

Wien (OTS) – Ein neuer Greenpeace-Report zeigt auf, wie Öl- und
Gaskonzerne in der
EU seit Beginn des Krieges im Iran mächtige Übergewinne einfahren:
Satte 81,4 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen wandern täglich
aufgrund der explodierenden Spritpreise in die Kassen fossiler
Konzerne. Die Studie zeigt, dass die Preise an den Tankstellen
weitaus stärker gestiegen sind als die zugrunde liegenden
Rohölpreise. Beim Benzinverkauf liegt Österreich im europäischen
Vergleich auf Platz 2 der höchsten Industrie-Übergewinne. Bei Diesel
liegt Österreich auf dem 4. Platz. Greenpeace fordert von
Finanzminister Marterbauer die Übergewinnsteuer zu erhöhen und auf
das Tankstellengeschäft auszuweiten. Dieses Geld soll genutzt werden,
um die Energiewende in Österreich voranzutreiben und klimafreundliche
Mobilitätsangebote auszubauen.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in
Österreich: „Während viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre
Spritkosten bezahlen sollen, verdienen sich fossile Konzerne eine
goldene Nase. Die Margenbegrenzung ist da nur ein Tropfen auf den
heißen Stein. Dabei sind Öl und Gas zentrale Treiber für Krisen und
Kriege und verschärfen zudem die Klimakrise. Es ist höchste Zeit,
dass große Klimaverschmutzer, wie Öl- und Gaskonzerne, für den
Schaden zahlen, den sie verursachen. Finanzminister Marterbauer muss
dringend die Übergewinnsteuer erhöhen und auch auf das
Tankstellengeschäft ausweiten.”

Mehr als 90 % der Übergewinne resultieren aus dem Verkauf von
Diesel. In Österreich ist die Gewinnmarge fossiler Konzerne beim
Liter Diesel um fast 23 Cent gestiegen. Damit liegt Österreich auf
dem 4. Platz, hinter den Niederlanden, Schweden und Dänemark. Bei
Benzin verzeichnet Österreich sogar die zweithöchste Gewinnmarge der
Ölindustrie, mit fünf Cent pro Liter. Nur in Deutschland sind die
Gewinnmargen der Ölindustrie bei Benzin stärker gestiegen als in
Österreich.

Zwar gibt es in Österreich eine Übergewinnsteuer in Form des
sogenannten Energiekrisenbeitrags für fossile Energieträger, doch der
hat zahlreiche Schlupflöcher. So werden Gewinne aus dem
Tankstellengeschäft nicht berücksichtigt. Greenpeace fordert, dass
der Energiekrisenbeitrag auf alle Gewinne aus dem Geschäft mit Öl und
Gas ausgeweitet wird. Zudem schöpft der Energiekrisenbeitrag
lediglich 50 Prozent der Übergewinne ab und erlaubt dabei
umfangreiche Absetzbeträge. Die Umweltschutzorganisation fordert eine
deutliche Erhöhung. Die Einnahmen sollten dafür verwendet werden, die
Energiekosten zu senken und Österreichs Energieunabhängigkeit durch
erneuerbare Energien voranzutreiben.

„In den ersten 21 Tagen seit Kriegsbeginn hat die Öl- und
Gasindustrie alleine in Österreich schon satte 79,8 Mio Euro an
Übergewinnen kassiert. Damit könnte man fast ganz St. Pölten für ein
Jahr mit kostenlosen Klimatickets versorgen” , führt Dengler aus. „Es
ist höchste Zeit, dass wir die Energieversorgung in Österreich
unabhängig, sicher und damit letztlich leistbar machen. Das kann nur
mit heimischen erneuerbaren Energien gelingen.”

Den vollständigen Report finden Sie hier: https://bit.ly/3PFwCSd