WKÖ-Fachverband Lebensmittelhandel: Verpackungsabgabe würde Preisdruck bei Lebensmitteln weiter erhöhen

Wien (OTS) – Der Fachverband Lebensmittelhandel in der
Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) warnt vor der geplanten Abgabe auf
Einwegkunststoffverpackungen. In der aktuellen Kostenlage würde eine
zusätzliche Belastung die Preisentwicklung weiter verschärfen.

Steigende Ölpreise werden sich absehbar auf die Kosten von
Verpackungsmaterialien auswirken, da Kunststoffe eng an
petrochemische Rohstoffe gekoppelt sind. Parallel führen höhere
Gaspreise zu steigenden Kosten bei Düngemitteln, weil Erdgas
zentraler Ausgangsstoff für Mineraldünger ist. Steigende
Treibstoffpreise erhöhen die Kosten in Landwirtschaft, Verarbeitung
sowie Transport und Logistik. „Diese Gemengelage droht zu einem
Brandbeschleuniger für die Inflationsdynamik im Lebensmittelbereich
zu werden. Bereits jetzt zeigen sich deutliche Kostensteigerungen bei
Energie, Rohstoffen und Logistik – gleichzeitig fehlt dem
Lebensmittelhandel angesichts gesunkener Margen der Spielraum,
weitere Kostensteigerungen abzufedern. Umso wichtiger ist es, diese
Dynamik nicht durch zusätzliche Abgaben künstlich zu befeuern“,
erklärt Obmann Christian Prauchner .

Kritisch sieht Prauchner zudem die widersprüchliche Wirkung im
Verhältnis zu bestehenden Entlastungsmaßnahmen wie der
Umsatzsteuersenkung sowie der begrenzten ökologischen Treffsicherheit
vor dem Hintergrund bereits etablierter Recycling- und Pfandsysteme.
„Die Branche hat in funktionierende Kreislauflösungen investiert.
Zusätzliche Abgaben ohne klare Lenkungswirkung erhöhen vor allem die
Kosten“, betont Prauchner.

Der Fachverband Lebensmittelhandel fordert daher, die geplante
Maßnahme auszusetzen und ihre wirtschaftlichen sowie
inflationsrelevanten Auswirkungen umfassend zu prüfen. „Was es jetzt
braucht, sind stabile Rahmenbedingungen – keine zusätzlichen
Belastungen für Betriebe und Konsumentinnen und Konsumenten“, so
Prauchner abschließend. (PWK138/ST)