Wien (OTS) – Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist auch für viele
Beschäftigte
Realität. Ein aktueller Bericht auf der standard.at zeigt, dass es in
vielen Betrieben an klaren Strukturen zum Schutz von
Arbeitnehmer:innen fehlt. Die ÖGB Frauen fordern daher verbindliche
Maßnahmen und Richtlinien gegen sexuelle Belästigung in Unternehmen
und eine stärkere Verankerung von Prävention und Ansprechstellen
direkt im Betrieb.
„Sexuelle Belästigung ist kein Einzelfall und schon gar kein
Kavaliersdelikt. Sie verletzt die Würde von Arbeitnehmer:innen und
kann massive gesundheitliche Folgen haben. Unternehmen sind
verpflichtet, ihre Beschäftigten zu schützen und ein Arbeitsumfeld zu
schaffen, in dem Respekt und Sicherheit selbstverständlich sind“,
sagt Dinah Djalinous-Glatz, Expertin in der ÖGB Bundesfrauenabteilung
Besonders wichtig sei, dass Betroffene niederschwellig
Unterstützung bekommen. „Viele trauen sich nicht, über Vorfälle zu
sprechen – aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie nicht wissen, an
wen sie sich wenden können. Deshalb braucht es klare Ansprechpersonen
im Betrieb“, so Djalinous-Glatz.
Der Betriebsrat spiele dabei eine zentrale Rolle.
„Betriebsrät:innen sind oft die erste Vertrauensstelle für
Beschäftigte. Sie kennen die Situation im Betrieb und können
Betroffene unterstützen, beraten und bei weiteren Schritten
begleiten. Wo es einen Betriebsrat gibt, gibt es auch eine wichtige
Schutzstruktur für Arbeitnehmer:innen“, stellt die Gewerkschafterin
klar.
„Sexuelle Belästigung darf im Arbeitsleben keinen Platz haben.
Unternehmen müssen hinschauen, handeln und Verantwortung übernehmen“,
betont Djalinous-Glatz.