Graz/Villach (OTS) – Ein österreichisches Kooperationsprojekt von
Silicon Austria Labs,
Infineon Technologies Austria und AVL List hat innovative Lösungen
für moderne Hochvolt-/Niedervolt-Bordnetze entwickelt. Die Ergebnisse
ermöglichen kompaktere, zuverlässigere und fehlertolerantere
elektrische Systeme für zukünftige Elektrofahrzeuge.
Nach zweijähriger Laufzeit wurde das Forschungsprojekt REDSEL
erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus stand die Entwicklung einer
redundanten Hochvolt-/Niedervolt-Bordnetzarchitektur, die eine
flexible und ausfallsichere Energieversorgung in Elektrofahrzeugen
ermöglicht. Durch diesen Ansatz kann langfristig auf die klassische
Niedervoltbatterie im Elektroauto verzichtet werden.
„ Die entwickelten Technologien schaffen die Grundlage für
leichtere und robustere Bordnetzsysteme und leisten damit einen
wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Elektromobilität – bis
hin zu zukünftigen autonomen Anwendungen “, erklärt DI Albert Frank,
Projektleiter bei Silicon Austria Labs .
Zwtl.: Technologische Innovationen für robuste Bordnetzarchitekturen
Kern von REDSEL ist eine redundante Systemarchitektur mit aktivem
Balancing zwischen zwei Hochvoltbatterien, die eine gleichmäßige
Lastverteilung sicherstellt und die Betriebssicherheit deutlich
erhöht. Ergänzt wurde dies durch die Entwicklung eines
Leistungselektronikwandlers mit mehreren Eingängen, der dank eines
neuartigen magnetischen Integrationskonzepts besonders kompakt,
effizient und platzsparend realisiert werden konnte.
Technologisch setzte das Projekt auf modernste
Halbleiterlösungen: Auf der Hochvoltseite kamen 750-V-Siliziumkarbid-
MOSFETs (CoolSiC™) zum Einsatz, auf der Niedervoltseite erstmals
OptiMOS™-7-Bauelemente mit 30 V, die gegenüber bisherigen 40-V-
Lösungen signifikante Effizienzvorteile bieten. Verbesserte
Bordnetzspezifikationen moderner Elektrofahrzeuge ermöglichten den
sicheren Einsatz dieser frühen Entwicklungsmuster.
Darüber hinaus wurde eine neue Sicherheitsarchitektur für Um- und
Abschaltfunktionen entwickelt, die mechanische Relais durch
Halbleiterschalter ersetzt. Dies erhöht die Zuverlässigkeit,
reduziert Bauraum und Gewicht und erhöht Betriebssicherheit des
Systems.
Zwtl.: Starke Industrie-Forschung-Kooperation als Erfolgsfaktor
„ REDSEL ist ein ausgezeichnetes Beispiel wie neue innovative
Systemlösungen durch die Kooperation von wissenschaftlichen und
industriellen Partnern entstehen. Der entwickelte Systemdemonstrator
zeigt eindrucksvoll, wie neue Bordnetzarchitekturen künftig sicherer
und skalierbarer umgesetzt werden können “, betont DI Ernst
Katzmaier, Projektleiter bei Infineon Technologies Austria .
ÜBER SILICON AUSTRIA LABS (SAL)
Silicon Austria Labs (SAL) ist ein außeruniversitäres
Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme (ESBS)
. SAL betreibt an den Standorten Graz, Villach und Linz kooperative,
anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Microsystems, Sensor
Systems, Power Electronics, Intelligent Wireless Systems und Embedded
Systems. Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung neuer Technologien
entlang der Wertschöpfungskette in Zusammenarbeit mit Industrie und
Wissenschaft. Eigentümerinnen sind die Republik Österreich, die
Länder Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie der Fachverband
der Elektro- und Elektronikindustrie.