Zwangssterilisation von Frauen* mit Behinderungen in Österreich

Wien (OTS) – Die aktuelle Diskussion rund um Sterilisationen von
Frauen* mit
Behinderungen, angestoßen durch eine Dokumentation von andererseits,
macht ein Thema sichtbar, das viel zu lange im Verborgenen geblieben
ist: Zwangssterilisation und Zwangsverhütung.

Die Dokumentation deckt sich mit den wenigen Studien und dem
Erfahrungswissen der Expert*innen und Mitglieder* bei FmB –
Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen:

– Entscheidungen über Sterilisation werden häufig nicht
selbstbestimmt von den betroffenen Frauen* mit Behinderungen
getroffen.

– Eltern, Erwachsenenvertreter*innen oder Institutionen üben Druck
aus oder treffen Entscheidungen stellvertretend.

– Viele Ärzt*innen sind unzureichend über die Rechte von Frauen* mit
Behinderungen informiert.

– Sterilisation und Verhütung werden teils als „Lösung“ im Umgang mit
sexualisierter Gewalt betrachtet.

Zwtl.: Mutterschaft wird verhindert

Strukturen in Österreich sind vielfach darauf ausgerichtet, dass
Frauen* mit Behinderungen – insbesondere Frauen mit
Lernschwierigkeiten – keine Mütter werden dürfen. Das zeigt sich in
fehlender Unterstützung, in Vorurteilen und in Entscheidungen, die
über die Köpfe der Frauen hinweg getroffen werden.

„Wir sprechen hier nicht über Einzelfälle, sondern über ein
strukturelles Problem, das tief in unserem Gesellschaftssystem
verankert ist. Frauen* mit Behinderungen, ganz besonders Frauen* mit
Lernschwierigkeiten, wird das Recht auf Mutterschaft oft von
vornherein abgesprochen.“ Heidemarie Egger, Co-Vorsitzende FmB.

Zwtl.: Forderungen von FmB – Interessensvertretung Frauen* mit
Behinderungen

– Reproduktive Selbstbestimmung: Frauen* mit Behinderungen müssen
selbst entscheiden können, ob sie Kinder haben möchten oder nicht.
Sie müssen voll und barrierefrei informiert sein, über ihre Rechte.

– Schutz vor Gewalt: Sterilisation und Verhütung dürfen niemals als
Mittel im Umgang mit sexualisierter Gewalt eingesetzt werden.

– Bewusstseinswandel: Zwangssterilisation und Zwangsverhütung bei
Frauen* mit Behinderungen sind nicht akzeptabel – weder
gesellschaftlich noch medizinisch oder rechtlich.

– Aufklärung und Datenerhebung: Es braucht verpflichtende Information
für Fachpersonal sowie eine transparente Erfassung von
Sterilisationen.