Wien/Linz (OTS) – Economica-Studie belegt: Das Partnerprojekt Sichere
Stromversorgung
Zentralraum Oberösterreich von Austrian Power Grid AG (APG), Netz
Oberösterreich GmbH (Netz OÖ) und LINZ NETZ GmbH (Linz Netz) sichert
rund 4.400 Jahresarbeitsplätze und löst 422 Millionen Euro
Bruttowertschöpfung in Österreich aus.
Gemeinsam investieren APG, Netz OÖ und Linz Netz rund 800
Millionen Euro in das seit 2024 in Umsetzung befindliche
Partnerprojekt Zentralraum Oberösterreich. Das Vorhaben umfasst einen
neuen 220-kV-Versorgungsring, inklusive des Aus- und Umbaus von
insgesamt neun Umspannwerken. „Umspannwerke sind enorm wichtig, um
den Strom von der Stromautobahn also den überregionalen Netzen auf
die Landstraße, die Verteilernetze, zu bringen. Sie ermöglichen es,
Strom, insbesondere aus erneuerbaren Energien, künftig direkt,
zuverlässig und in deutlich größerem Ausmaß in der Region zu nutzen“,
sagt Gerhard Christiner, APG-Vorstandssprecher.
Mit dem Projekt steigt die Leistungsfähigkeit der Netze im
Zentralraum von derzeit rund 780 MVA auf etwa 3.400 MVA. „Mit dem
neuen 220-kV-Versorgungsring und dem Ausbau von neun Umspannwerken
wird die Anspeisekapazität des Zentralraums vervierfacht, wodurch die
Versorgungssicherheit der Region maßgeblich erhöht wird. Das Projekt
Zentralraum Oberösterreich ist das bedeutendste
Strominfrastrukturvorhaben in Oberösterreich und ein role model
dafür, welche Rolle kapazitätsstarke Netze für einen modernen
Wirtschafts- und Industriestandort spielen. Darüber hinaus schaffen
wir die Voraussetzung für die Elektrifizierung von Industrie – allen
voran der regionalen Stahlindustrie –, die Integration erneuerbarer
Energien, die Verfügbarkeit von preisgünstigem Strom sowie die
Ansiedlung zukunftsorientierter Branchen wie Rechenzentren und
Speichertechnologien. Gemeinsam investieren wir in eine sichere,
leistbare und nachhaltige Stromversorgung und setzen gleichzeitig
einen starken wirtschaftlichen Impuls für Oberösterreich und
Österreich insgesamt“, sagt Christiner.
Allein heuer investieren die APG und ihre Projektpartner im
Rahmen dieses Projekts rund 140 Millionen Euro. Insgesamt plant die
APG bis 2034 Investitionen von rund neun Milliarden Euro in den Um-
und Ausbau des österreichweiten Stromnetzes – davon rund 680
Millionen Euro im Jahr 2026.
Booster für regionale und heimische Wirtschaft
Die Investition von APG, Netz OÖ und Linz Netz löst laut
Economica-Studie eine Reihe volkswirtschaftlicher Effekte aus: Das
Projekt generiert eine Bruttowertschöpfung von rund 422 Millionen
Euro für Österreich. Zudem entstehen unmittelbar und mittelbar rund
4.400 Jahresarbeitsplätze – vergleichbar mit der Einwohnerzahl einer
oberösterreichischen Gemeinde wie St. Georgen an der Gusen (4.459
Einwohnerinnen & Einwohnern). Die Fiskaleffekte belaufen sich auf
rund 136 Millionen Euro, was rund 80 Prozent der Kfz-Zulassungssteuer
des Jahres 2024 (174 Millionen Euro) ausmacht. Ein Großteil entfällt
dabei auf lohnabhängige Steuern und Abgaben.
„Die erzielte Bruttowertschöpfung von 422 Millionen Euro verteilt
sich auf alle Bundesländer. Die größten Effekte entfallen auf den
Heimmarkt Oberösterreich mit rund 114 Millionen Euro, gefolgt von
Wien mit etwa 86 Millionen Euro, Tirol mit rund 74 Millionen Euro und
Niederösterreich mit rund 67 Millionen Euro. Insgesamt werden rund 72
Prozent der Projektinvestition – das entspricht 585 Millionen Euro –
in inländische Wertschöpfung übersetzt. Diese Ergebnisse belegen die
kräftigen regionalen wie auch österreichweiten Wohlstandsimpulse
durch Einkommen und Beschäftigung“, erklärt Christian Helmenstein,
Mitglied des Vorstandes und Geschäftsführer bei Economica.
Zentrale Bedeutung für Wirtschaftsstandort Oberösterreich
Oberösterreich ist nicht nur Lebensraum, sondern spielt regional,
landesweit und auch international als Wirtschafts- und
Industriestandort eine bedeutende Rolle. Mit dem Projekt Sichere
Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich wird die dynamisch
wachsende Wirtschaftsregion nachhaltig gestärkt.
„Wer Ja zur Energiewende sagt, muss auch Ja zum Ausbau der
Energieinfrastruktur sagen. Deshalb ist das Projekt ‚Sichere
Stromversorgung Zentralraum OÖ‘ ein Meilenstein für die
Versorgungssicherheit in Oberösterreich und Dekarbonisierung der
Industrie. Das gemeinsame Projekt von APG, Netz OÖ und Linz Netz
ermöglicht nicht nur die Dekarbonisierung der Stahlproduktion der
voestalpine, sondern dient auch der Stromnetz-Abstützung des
Zentralraums und des Mühlviertels. Zugleich erweist sich das
Stromnetzprojekt auch als wirtschaftlicher Turbo für unser
Bundesland, wie die aktuelle Studie von Economica belegt: Mit 114
Mio. Euro entfällt mehr als ein Viertel der Gesamt-
Bruttowertschöpfung von 422 Mio. Euro auf unser Bundesland. Das
belegt einmal mehr, dass eine leistungsfähige Strominfrastruktur ein
wesentlicher Standortfaktor für den Wirtschaftsraum Oberösterreich
ist. Umso erfreulicher, dass Oberösterreich zu den
investitionsintensivsten Bundesländern Österreichs im Stromnetzausbau
zählt. Insgesamt werden in unserem Bundesland in den nächsten 10
Jahren fast 3,9 Mrd. Euro in den Ausbau des Strom- und Gasnetzes
durch APG, Netz OÖ, Linz Netz und Gas Connect Austria GmbH
investiert“, unterstreicht Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus
Achleitner.
Vorzeigeprojekt für Gelingen der Energiewende
Das Projekt im Zentralraum Oberösterreich zeigt beispielhaft, wie
die versorgungssichere und leistbare Energiewende gelingen kann:
Innerhalb eines kleinen Radius entstehen jene Voraussetzungen, um die
Versorgungssicherheit einer der wirtschaftlich stärksten Regionen des
Landes zu erhöhen und um die Basis für die Elektrifizierung wichtiger
Industrien wie der Stahlproduktion zu legen.
Gleichzeitig schafft das Vorhaben zusätzliche Kapazitäten für den
Einsatz von Speichertechnologien sowie den Betrieb von großen Rechen-
und Datenzentren – beides wesentlich für die notwendige
Digitalisierung aller Lebensbereiche, verbessert die
Einspeisemöglichkeiten erneuerbarer Energien und sorgt so dafür, dass
preisgünstiger Strom verfügbar wird. Damit wird das Projekt zu einem
zentralen Baustein für den Lebens- und Wirtschaftsstandort
Oberösterreich und zu einem Musterbeispiel dafür, wie Energiewende
erfolgreich gelingen kann.
Seit 2024 sind die Bauarbeiten in vollem Gange und verlaufen
planmäßig: Die ersten beiden Abschnitte werden bis Ende 2026
abgeschlossen. Die weiteren Bauphasen beginnen 2027 und 2029, die
Gesamtfertigstellung ist für 2030 geplant.
Ebenfalls Ende 2026 geht das neue Umspannwerk Hütte Süd in
Betrieb. Es liegt am 220-kV-Versorgungsring und ermöglicht künftig
der regionalen Stahlindustrie die Umstellung auf eine strombasierte
Stahlerzeugung.
Über Austrian Power Grid (APG)
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.