Wien (OTS) – Das Jüdische Museum Wien informiert über die
bevorstehende
Restitution eines historischen Tora-Schilds aus dem
niederösterreichischen Erlach (heute Bad Erlach) an die Nachkommen
der Familie Hacker. Das Ritualobjekt, gefertigt vom Wiener jüdischen
Silberschmied Leopold Mandl, stammt aus dem privaten Bethaus der
Familie des Weinhändlers Simon Hacker, das bereits im April 1938
geplündert und 1941 „arisiert“ wurde.
Das Tora-Schild gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg in die
Sammlung des Schoa-Überlebenden Max Berger. Dessen Judaica-Sammlung,
die er zum Gedenken an seine von den Nationalsozialisten ermordete
Familie aufbaute, wurde 1989 von der Stadt Wien für das Museum
angekauft und befindet sich seit 1992 als Dauerleihgabe im Haus.
Durch die historischen Forschungen der wissenschaftlichen
Leiterin der Ehemaligen Synagoge St. Pölten, Martha Keil, in
Vorbereitung der von ihr kuratierten Ausstellung „Geraubte Heiligkeit
– Judaica aus Niederösterreich“ konnte die Herkunft des Objekts
eindeutig geklärt und die Nachkommen der Familie Hacker ausfindig
gemacht werden. Die Restitutionskommission der Stadt Wien beschloss
daraufhin im November 2025 einstimmig die Rückgabe an die
rechtmäßigen Erben. Die offizielle Rückgabe erfolgt im Rahmen der
Ausstellungseröffnung am 14. April.
„Die Sammlung Max Berger ist der Versuch eines Schoa-
Überlebenden, seiner ermordeten Familie durch das Sammeln von Judaica
zu gedenken. Heute wissen wir, dass sich darunter auch Objekte
befinden, die ursprünglich aus enteignetem jüdischem Besitz stammen.
Umso wichtiger ist die Provenienzforschung“, sagt Museumsdirektorin
Barbara Staudinger. „Das Jüdische Museum Wien freut sich, dieses Tora
-Schild nun an seine rechtmäßigen Eigentümerinnen und Eigentümer
restituieren zu können.“
Die kontinuierliche Erforschung der Herkunft der
Sammlungsbestände und die Unterstützung möglicher Restitutionen sind
ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Jüdischen Museums Wien.
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