Wien (OTS) – Mehr als 230 Lehrberufe, 3.600 Studienangebote, 30
Schultypen mit
mehr als 100 Schwerpunkten: Das stellt Jugendliche und ihre Eltern
bei der richtigen Berufs- und Bildungswahl vor enorme
Herausforderungen. Der dringende Wunsch von Österreichs Schüler:innen
nach umfassender qualitätsvoller Bildungs- und Berufsorientierung an
den Schulen ist aus Sicht der Wirtschaft deshalb gut nachvollziehbar
und sehr ernst zu nehmen.
„Wenn sich zwei Drittel der jungen Menschen nicht ausreichend für
ihre wichtigste Zukunftsentscheidung vorbereitet fühlen, dann muss
uns das aufrütteln. Qualitätsvolle Bildungs- und Berufsorientierung
muss in allen Schulen fixer Bestandteil des Unterrichts werden“,
betont Melina Schneider-Lugger , Leiterin der Abteilung
Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie
verweist zudem auf die langjährige WKÖ-Forderung, die Basisbildung
zur Bildungs- und Berufsorientierung (kurz BBO) in allen
Lehramtsstudien zu integrieren – von den Pädagogischen Hochschulen
über die BAFEPs – Bundesanstalten für Elementarpädagogik bis hin zu
den Universitäten.
„Lehrer:innen sind besonders wichtige ‚Influencer‘, wenn es um
die Berufswahl ihrer Schüler:innen geht. Deshalb müssen sie
umfassendes Grundwissen zur Berufsinformation und -orientierung
mitbringen. Wenn allen Pädagog:innen bewusst ist, wie wichtig dieses
Thema für die persönliche und berufliche Entwicklung ihrer
Schüler:innen ist, dann wird das Thema von Anfang an viel stärker im
Unterricht verankert sein“, ist Schneider-Lugger überzeugt.
„Entscheidend ist, dass jeder junge Menschen die Ausbildung findet,
die seinen Interessen, Talenten und Stärken am besten entspricht.“
Entscheidender Hebel zur Fachkräftesicherung
Damit sei optimale Bildungs- und Berufsorientierung auch ein
essenzieller Hebel zur Fachkräftesicherung. Laut WIFO gehen bis 2029
in Österreich rund 51.000 Menschen mit Lehrabschluss mehr in Pension
als nachrücken. Besonders betroffen sind technische und handwerkliche
Berufe. Unter mehr als 200 Lehrberufen ist für jedes Interesse und
jede Begabung etwas Passendes dabei. Viele Jugendliche wählen jedoch
nur innerhalb eines sehr kleinen Spektrums an Möglichkeiten.
Besonders durch „Berufe-Schnuppern“ in Betrieben entdecken viele
Schüler:innen ihre Interessen und Neigungen ganz neu.
Standort-Vorteil für Österreich
Die richtigen, top ausgebildeten Mitarbeiter:innen für die
jeweilige Funktion im Betrieb zu finden, ist auch für Unternehmen ein
entscheidender Erfolgsfaktor und das wichtigste Asset des
Wirtschaftsstandorts Österreich. Die Wirtschaftskammern unterstützen
die Bildungs- und Berufsorientierung deshalb intensiv – sowohl in den
Schulen, aber auch darüber hinaus -, und zwar unter anderem durch die
Berufsinfo- und Talentezentren in allen neun Bundesländern , mit
unterschiedlichsten Angeboten:
– 40.000 TalenteChecks pro Jahr für 13 bis 14-jährige Schüler:innen –
knapp eine Million seit 2010
– digitale Angebote wie „BOs Welt“, wodurch seit Herbst 2025
spielerisch mehr als 10.000 individuelle Interessenprofile für
Schüler:innen erstellt wurden
– BIC.at – DAS Online-Angebot der WKO, wenn es um einen ersten
Einblick in die Bildungs- und Berufsorientierung geht, mit mehr als
600.000 Zugriffen pro Jahr oder durch die Info-Plattform
https://www.probierdichaus.at/
– Social-Media-Angebote wie „Lehre? Karriere!“ (TikTok)
– „Virtuelles Berufe-Schnuppern“ – mehr als 80 Lehrberufe sind mit VR
-Brillen oder via Handy als 3D-Video erlebbar: www.berufe-vr.at
– mehr als 50 SkillsHeroes , die zur Berufsmotivation an Schulen im
Einsatz sind
– KarriereChecks und Maturant:innen-Beratungen
– auf knapp 150 regionalen Bildungsmessen, mit dem Schwerpunkt
Lehrlingsausbildung österreichweit
Mehr dazu unter: https://www.wko.at/lehre/bildung-beruf-
information (PWK094/HSP)