Neue Greenpeace-Analyse: Oberflächen und Pflanzen rund um Steinbruch Badersdorf erheblich mit Asbestfasern belastet

Eisenstadt/Wien (OTS) – Greenpeace hat im Burgenland erstmals
Staubabdruckproben genommen
sowie Pflanzen auf Asbestbelastung getestet. Mit diesen speziellen
Proben an Oberflächen kann zweifelsfrei eine Asbestbelastung der Luft
nachgewiesen werden. Das Ergebnis: Die am höchsten mit Asbestfasern
belastete Staubabdruckprobe wurde im Ort Badersdorf genommen. Auf
einem Gartenzaun wurden 280 Asbestfasern pro Quadratzentimeter
nachgewiesen. Bei über 100 Asbestfasern pro Quadratzentimeter wird
eine Oberfläche als “deutlich mit Asbest belastet” bewertet.
Greenpeace fordert die Burgenländische Landesregierung auf, ein
Sanierungskonzept für die betroffenen Dörfer zu erstellen und für die
Bevölkerung ein freiwilliges und kostenloses Gesundheitsmonitoring
einzurichten.

Stefan Stadler, wissenschaftlicher Experte bei Greenpeace
Österreich sagt: „Die massive Asbestbelastung im weiteren Umkreis des
Steinbruchs Badersdorfs zeigt, dass über die Luft unzählige
Asbestfasern in die umliegenden Dörfer getragen wurden. Das ist
höchst alarmierend für die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer.”
Im Gegensatz zu Luftmessungen, die eine Momentaufnahme darstellen,
zeigen Beprobungen von Oberflächen und Pflanzen eindeutig, ob sich
Asbestfasern abgesetzt haben und somit in die Luft gelangt sind. In
zwei Pflanzenproben in unmittelbarer Nähe des Steinbruchs wurde ein
Asbestanteil von bis zu fünf Prozent in der Pflanze nachgewiesen. Zum
Vergleich: Asbesthaltiger Fliesenkleber weist eine ähnlich hohe
Asbestkonzentration auf. Wird dieser bei Asbestsanierungen entfernt,
darf dies nur unter strengsten Sicherheitsauflagen von Spezialfirmen
durchgeführt werden.

Neben den Proben in der Umgebung des Steinbruchs Badersdorf hat
Greenpeace auch in Oberwart Staubabdruckproben genommen. Dabei wurden
beim Eingang des Einkaufszentrums EO 40 Fasern pro Quadratzentimeter
gemessen. In den Schottergärten am Parkplatz vor dem Einkaufszentrum
befinden sich mit freiem Auge ersichtliche, nahezu reine
Asbestbrocken, ebenso liegen vor der Hofer-Filiale und dem Burgerking
-Restaurant beim Einkaufszentrum brüchige Asbestbrocken offen herum.
Die betroffenen Unternehmen und Gemeinden wurden über die
Testergebnisse im Vorfeld informiert. Die Supermarktkette Hofer hat
umgehend reagiert und zugesichert, den betroffenen Schotter
vorsorglich abdecken zu lassen.

Die Klinik in Oberwart hatte laut Luftmessungen der
burgenländischen Taskforce die höchste Belastung mit Asbestfasern in
der Außenluft. Darum hat Greenpeace im Innenbereich der Klinik
Staubabdruckproben genommen und in einer Probe eine Asbestfaseranzahl
von zehn Fasern pro Quadratzentimeter nachgewiesen. Allerdings kann
das Messergebnis im Innenraum durch Reinigung verzerrt werden –
insbesondere bei strengen Hygienestandards, wie sie in einem
Krankenhaus üblich sind.

Greenpeace fordert von der burgenländischen Landesregierung, dass
die Steinbrüche auf jeden Fall dauerhaft geschlossen bleiben. Um
weitere Asbestausbreitung an der Quelle einzudämmen müssen alle
Industrieanlagen und Gebäude fachgerecht gereinigt und
asbestbelastetes Material – insbesondere Sand und Feinschotter –
abgedeckt werden. Für die schwer belasteten Dörfer müssen
Sanierungskonzepte erstellt und ein regelmäßiges Monitoring auf
Asbestfasern aufgesetzt werden. Ebenso muss durch die Landesregierung
ein freiwilliges Gesundheitsmonitoring (analog dem vorgeschriebenen
Monitoring für Menschen mit beruflicher Asbestexposition der AUVA)
für die betroffene Bevölkerung aufgesetzt werden.

Factsheet mit allen Ergebnissen sowie Laborberichte:
https://act.gp/Factsheet-Laborbericht

Bildmaterial und Grafik: https://act.gp/Fotos-Staubabdruckproben
Unter Angabe der Credits © Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Übersichtskarte mit Asbestfunden und Laborergebnissen:
https://act.gp/Asbestbelastung-Karte