IV: Arbeitsvolumen in Österreich muss gesteigert werden

Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Daten der Statistik Austria
zeigen einen
besorgniserregenden Trend am österreichischen Arbeitsmarkt: Obwohl es
heute rund 750.000 Erwerbstätige mehr als vor 20 Jahren gibt, ist das
gesamte Arbeitsvolumen seit 2005 kaum gestiegen. Das bedeutet, dass
pro Person im Schnitt weniger gearbeitet wird – vor allem aufgrund
steigender Teilzeitquoten und rückläufiger Überstunden. „Angesichts
eines anhaltenden Fachkräftemangels und der demografischen
Entwicklung ist das ein deutliches Warnsignal für den
Wirtschaftsstandort“, sagt Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV).

„Wenn trotz deutlich mehr Beschäftigten das Arbeitsvolumen kaum
wächst, zeigt das klar, dass wir die vorhandenen
Arbeitskräftepotenziale besser nutzen müssen. Mehr Arbeitsvolumen
finanziert unseren Wohlstand“, betont Neumayer. „Österreich braucht
daher gezielte Maßnahmen, die Mehrarbeit attraktiver machen – von
besserer Kinderbetreuung über steuerliche Anreize für Überstunden bis
hin zu stärkeren Impulsen für längeres Arbeiten im Alter.
Gleichzeitig müssen wir als Gesellschaft wieder stärker vermitteln,
dass Leistung und Engagement zentrale Voraussetzungen für Wachstum
und Wohlstand sind.“

Gerade bei der Ausweitung der Arbeitszeit zeigen sich
strukturelle Probleme im Steuersystem. „Eine Aufstockung von Stunden
rentiert sich für viele Beschäftigte derzeit finanziell zu wenig,
weil die höhere Steuerbelastung den Netto-Stundenlohn deutlich
reduziert. Wir müssen daher auch an den Strukturen im Steuersystem
arbeiten – die starke Steuerprogression in der Einkommenssteuer trägt
maßgeblich dazu bei, dass Teilzeit in Österreich so stark verbreitet
ist“, so Neumayer. Um Wachstum, Wohlstand und die Finanzierung
unseres Sozialstaats langfristig zu sichern, muss das Arbeitsvolumen
in Österreich insgesamt steigen.