Wien (OTS) – Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben am 5. März die
industrielle
Frühjahrsrunde mit den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund
60.000 Beschäftigten in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI)
eröffnet. „Die Industrie-Konjunktur hellt sich auf, gerade in der
innovativen Elektro- und Elektronikindustrie gibt es sehr erfreuliche
Ergebnisse. Die Zahlen belegen den Aufwärtstrend“, betonen die
Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer:innenseite, Reinhold Binder (PRO-
GE) und Eva Scherz (GPA).
Gleichzeitig würden die Folgen der Teuerungskrise die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor belasten. Daher
stehen Lohn- und Gehaltserhöhungen heuer im Fokus. „Es geht vor allem
ums Geld“, betonen Binder und Scherz.
Neben den Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Lehrlingseinkommen
fordern die Gewerkschaften auch eine bessere Bezahlung für sehr
belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht
auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro
Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem ein zusätzliche
Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung sowie eine
leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche auf dem
Forderungsprogramm. Für Zweiteres gilt immer noch, dass, sofern es
keine anrechenbaren Zeiten gibt, 25 Dienstjahre beim gleichen
Arbeitgeber notwendig sind, um einen Anspruch zu haben.
Im Vorjahr konnten die Gewerkschaften erst nach elf Wochen, fünf
Verhandlungsrunden und Betriebsversammlungen einen neuen
Kollektivvertrag abschließen. Die KV-Löhne und Mindestgrundgehälter
wurden damals um 3 Prozent erhöht. Die Ist-Löhne bzw. -Gehälter
stiegen um 2,75 Prozent bzw. maximal um 115 Euro.
Die nächste Verhandlung findet am 9. April statt. Der neue
Kollektivvertrag soll mit 1. Mai 2026 gelten.