Wien (OTS) – Weltweit sind Frauen und Mädchen bei der Umsetzung ihrer
Rechte
systematisch benachteiligt. Österreichs Entwicklungszusammenarbeit
setzt sich seit jeher für die Stärkung von Frauenrechten und
Geschlechtergleichstellung ein. Auf dem Westbalkan unterstützt die
Austrian Development Agency das Kosovo Women’s Network dabei, Frauen
vor Gewalt zu schützen und ihnen beim Zugang zur Justiz zu helfen.
„Gerechter Zugang zur Justiz ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern
die Voraussetzung für Entwicklung, Frieden und gesellschaftlichen
Fortschritt. Wenn Frauen Gewalt erleben und ihre Rechte nicht
durchsetzen können, bleiben Ungleichheit und Straflosigkeit bestehen
– mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kosten“, sagt Christina
Stummer, Senior Advisor für Gender und Entwicklung bei der Austrian
Development Agency (ADA). Österreichs Agentur für
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe setzt sich seit ihrer
Gründung im Jahr 2004 für die Stärkung von Frauenrechten und die
Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein. Derzeit unterstützt die
ADA insgesamt 180 Projekte, die Geschlechtergleichstellung dezidiert
zum Ziel haben.
Zwtl.: Ohne Unterstützung bleibt Gewalt oft straflos
Und das ist nach wie vor notwendig: 115 Jahre, nachdem der
Weltfrauentag am 8. März erstmals begangen wurde, sind Frauen und
Mädchen bei der Durchsetzung ihrer Rechte weiterhin systematisch
benachteiligt; der Zugang zur Justiz bleibt ihnen oft verwehrt.
Konflikte, Unterdrückung und politische Spannungen schwächen weltweit
Rechtssysteme – mit verheerenden Folgen: Schätzungen der Weltbank
zufolge können Frauen aktuell nur weniger als zwei Drittel der
Rechtsansprüche von Männern geltend machen. UN Women zeigt, dass
Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt weltweit mit massiven
Hürden konfrontiert sind – von fehlender rechtlicher Unterstützung
über Stigmatisierung bis hin zu unzugänglichen oder überlasteten
Institutionen. Ohne Unterstützung bleibt Gewalt oft straflos, und
Frauen werden faktisch von ihren Rechten ausgeschlossen.
Zwtl.: „Frauenrechtsorganisationen schaffen das, woran staatliche
Strukturen oft scheitern“
„Frauenrechtsorganisationen spielen eine entscheidende Rolle, um
das zu ändern: Sie schaffen, woran staatliche Strukturen oft
scheitern, und setzen dort an, wo der Weg zu Gerechtigkeit
tatsächlich beginnt – im unmittelbaren Umfeld, in
Beratungseinrichtungen und bei der Begleitung durch komplexe
Verfahren“, betont Stummer, und verweist dabei auf das offizielle
Motto des diesjährigen Weltfrauentags „Rights. Justice. Action.“ (
Rechte. Gerechtigkeit. Taten.) und die langjährige Partnerschaft der
ADA mit dem Kosovo Women’s Network (KWN).
Seit 2012 unterstützt die Austrian Development Agency dieses Netzwerk
zivilgesellschaftlicher Frauenrechtsorganisationen in Kosovo, einem
Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Das
Netzwerk konzentriert sich insbesondere auf den besseren Zugang von
Frauen und Mädchen zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie die
Bekämpfung häuslicher Gewalt.
Zwtl.: Kosovarische Frauenrechtsaktivistin Rogova: „Institutionen in
ihre Verantwortung nehmen“
„Dank der Unterstützung der österreichischen Bevölkerung konnten
wir einen rechtlichen Rahmen schaffen, um das Recht von Frauen auf
ein Leben ohne Gewalt zu schützen, Institutionen zur Verantwortung zu
ziehen, und Frauen, die Gewalt erfahren haben, Zugang zur Justiz zu
ermöglichen. Es ist uns auch gelungen, Frauen und Männer dazu zu
bewegen, dass sie Maßnahmen ergreifen, die Institutionen dazu
zwingen, die Rechte von Frauen zu schützen. Wir danken Österreich für
die Unterstützung unserer Arbeit für Frauenrechte und Gerechtigkeit“,
zeigt KWN-Gründerin und -Geschäftsführerin Igballe „Igo“ Rogova die
Resultate der österreichisch-kosovarischen Partnerschaft auf.
Zwtl.: Von Österreich unterstütztes Netzwerk treibt Frauenrechte in
Kosovo voran
Unter Rogovas Leitung ist KWN von 36 auf 103
Mitgliedsorganisationen gewachsen. Sie alle setzen sich dafür ein,
geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Kosovo und der Region zu
beseitigen. Rogova selbst ist eine der führenden Stimmen für
Frauenrechte auf dem Westbalkan. Sie ist Mitgründerin der
Frauenfriedenskoalition von Aktivistinnen in Kosovo und Serbien sowie
der regionalen Frauenlobby für Frieden und Sicherheit in Südosteuropa
und hat zur Verabschiedung mehrerer Gesetze und Richtlinien zur
Förderung von Geschlechtergleichstellung in Kosovo beigetragen.
Rogovas Engagement und ihr Aktivismus machen Mut. Und die Ergebnisse
des von ihr geleiteten Netzwerks sprechen für sich: Allein im
Zeitraum März 2021 bis Dezember 2025 profitierten rund 10.100 Frauen
und Mädchen sowie 3.800 Männer und Buben und 181
Frauenrechtsorganisationen von der österreichischen Unterstützung für
KWN. 150 Überlebende häuslicher Gewalt erhielten kostenlose
rechtliche Beratung – KWN unterstützte sie auf diese Weise bei der
Umsetzung ihrer Rechte und beim Zugang zur Justiz.
Zwtl.: Austrian Development Agency
Die Austrian Development Agency (ADA) ist Österreichs Agentur für
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Die ADA arbeitet mit
internationalen Organisationen, öffentlichen Stellen, der
Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in Afrika,
Asien, Südost- und Osteuropa zusammen. Gemeinsam mit den Menschen in
Österreichs Partnerländern schafft die ADA bessere Lebensbedingungen
in deren Heimat – etwa durch Aus- und Weiterbildung, die Förderung
von Kleinunternehmen oder innovative Lösungen für Wasserversorgung
und Landwirtschaft. Armut mindern, Frieden fördern und Umwelt
schützen stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Für ein gutes Leben und eine
sichere Zukunft für alle.
Gesprächsanfragen: Sowohl Christina Stummer als auch Igo Rogova
stehen für weiterführende Interviews zum Thema zur Verfügung.