Studie zu Freien Medien: „Unsere Sender schaffen Öffentlichkeit, wo der Markt sie nicht schafft“

Wien (OTS) – Eine heute von der Rundfunk und Telekom
Regulierungs-GmbH (RTR)
präsentierte qualitative Studie der Universität Salzburg
unterstreicht die demokratiepolitische Bedeutung des
nichtkommerziellen Rundfunks in Österreich.

Im Zentrum der Untersuchung steht das Konzept der „aktivierenden
Reichweite“. Anders als klassische Kennzahlen misst es nicht die
Größe des Publikums, sondern die Qualität und Dauer von Beteiligung.
Reichweite bedeutet hier, dass Menschen befähigt werden, sich einen
medialen und demokratischen Möglichkeitsraum zu erschließen, der
ihnen sonst verschlossen bliebe.

„Gerade in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und
wachsender Herausforderungen für demokratische Systeme zeigt sich,
wie wichtig freie und unabhängige Medien sind“, sagt Helga
Schwarzwald, Geschäftsführerin des Verbands Freier Rundfunk
Österreich. „Nichtkommerzieller Rundfunk schafft Räume für
Beteiligung, fördert Medienkompetenz und ermöglicht
gesellschaftlichen Dialog.“

Die Analyse identifiziert sechs Wirkungsräume – vom
demokratischen Möglichkeitsraum über das Praxislabor Medien bis hin
zur Infrastruktur zivilgesellschaftlicher Vernetzung.
Nichtkommerzielle Sender produzieren demnach nicht nur Inhalte,
sondern schaffen Sichtbarkeit für medial unterrepräsentierte Gruppen,
vermitteln Medienkompetenz, sichern technologische Souveränität und
ermöglichen vertiefte Diskurse jenseits von Markt- und Werbelogiken.

Besonders betont wird die Rolle des nichtkommerziellen Rundfunks
als eigenständige demokratisch relevante Medieninfrastruktur und
nicht bloß als Ergänzung zu öffentlich-rechtlichen oder privaten
Anbietern. In einer von globalen Plattformen dominierten
Medienumgebung fungiert er laut Studie als strukturell verankerter
Raum demokratischer Öffentlichkeit.

„Unsere Sender schaffen Öffentlichkeit, wo der Markt sie nicht
schafft“, so Schwarzwald. „Nicht Quote zählt, sondern demokratische
Wirkung. Diese Leistung braucht auch besondere Anerkennung in der
Förder- und Medienpolitik.“

Der Verband Freier Rundfunk Österreich betont: Eine
medienpolitische Bewertung des nichtkommerziellen Rundfunks dürfe
sich nicht auf quantitative Reichweitenkennzahlen beschränken,
sondern müsse auch seine demokratiepolitische, kompetenzbildende und
infrastrukturelle Funktion berücksichtigen.

Die vollständige Studie ist unter https://www.rtr.at/Studie_NKRF
abrufbar.