Wien (OTS) – Mit dem März beginnt das Sommersemester. Für viele
Studierende
bedeutet das nicht nur die Rückkehr an ihre Hochschulen, sondern auch
den Start in ein weiteres Semester unter prekären Lebensbedingungen.
Während die Lebenshaltungskosten weiter steigen, droht
Studierendenarmut zunehmend zur Normalität zu werden. Die Frage der
sozialen Absicherung bleibt damit eines der zentralen Probleme im
Hochschulalltag.
„Dass die Studienbeihilfe weiterhin unter der
Armutsgefährungsgrenze liegt, ist ein sozialpolitisches Versagen“
-Selina Wienerroither
Besonders deutlich kritisiert die Österreichische
Hochschüler_innenschaft die Höhe sowie die Verteilung der
Studienbeihilfe: „Für viele Studierende ist die Studienbeihilfe
unverzichtbar, um ihr Studium überhaupt finanzieren zu können. Dass
sie dennoch unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt, ist ein
sozialpolitisches Versagen,” so Selina Wienerroither aus dem ÖH-
Bundesvorsitz. Rund zwei Drittel der Student_innen leben unter der
Armutsgefährdungsschwelle von 1661 Euro im Monat ( Armutskonferenz,
2026 ). Die Studienbeihilfe muss Studierende endlich ausreichend
absichern. Konkret bedeutet das eine Erhöhung sowie eine Erweiterung
der Bezugsberechtigten.
Um auf diesen Missstand hinzuweisen, plant die ÖH eine Kampagne
zur Studienbeihilfe. Die Auftaktaktion wird am 17.03., 9:00 vor der
Uni Wien stattfinden. Es werden dazu noch gesondert
Medieninformationen bereitgestellt.
Anmeldung für Aufnahmeprüfungen ab Montag, 02.03.
Auch die Anmeldephasen für Studien mit Eignungsverfahren starten
mit Sommersemesterbeginn. Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz dazu:
„Die Entwicklung hin zu mehr Hürden im Studium lehnen wir klar ab.
Wir stehen gegen jegliche Form der Zugangsbeschränkungen.” Derzeit
gibt es etwa an der Universität Wien 22 Studien mit Aufnahmetest. „In
der ÖH stehen wir an der Seite der Studierenden – unser Verständnis
von Bildung ist daher untrennbar mit einem freien Hochschulzugang für
alle Studierenden verbunden.” fügt Viktoria Kudrna hinzu.
„Unser Verständnis von Bildung ist untrennbar mit einem freien
Hochschulzugang verbunden.“
-Viktoria Kudrna
Weitere Themen, denen sich die Österreichische
Hochschüler_innenschaft annimmt, sind insbesondere leistbare Mensen (
siehe OTS0119 von 23.01.2026) sowie günstige öffentliche
Verkehrsmittel für Student_innen. „Besonders Studierende sind von
steigenden Preisen stark betroffen. Schon jetzt gibt knapp ein
Drittel der Student_innen an, (sehr) starke finanzielle
Schwierigkeiten zu haben, zeigt die Studierendensozialerhebung 2023.”
macht Umut Ovat aufmerksam. „Sparmaßnahmen wie die erhebliche
Verteuerung der Öffi-Tickets, wie etwa dieses Jahr in Wien, bedeuten
für Studierende einen zusätzlichen Einschnitt.“ Die Studierenden-
Sozialerhebung 2023 zeigt, dass Studierenden nach Abzug der
regelmäßigen Kosten im Schnitt nur 310 Euro bleiben, somit fallen
Preiserhöhung und steigende Wohnkosten besonders stark ins Gewicht.
„Knapp ein Drittel der Studierenden gibt an, (sehr) starke
finanzielle Schwierigkeiten zu haben – Sparmaßnahmen bedeuten für
Studierende einen besonders großen Einschnitt“
-Umut Ovat
Dass Studierende in Zeiten des Sparzwangs nicht alleine gelassen
werden, sieht die ÖH als klaren Auftrag. „Die Anhebung der
Studienbeihilfe und der freie Hochschulzugang sind für uns
unverhandelbar“ , beschreibt das Vorsitzteam ihre Forderungen. „Auch
im Sommersemester bleiben wir laut für alle Studierenden in
Österreich.“