Wien (OTS) – Zwischen den Vereinigten Staaten und Europa kriselt es
teilweise
stark und für Europa stehen die Zeichen auf mehr Unabhängigkeit und
Selbstständigkeit. Das fängt bei der Verteidigung an und endet bei
wirtschaftlicher Abhängigkeit.
Ein gutes Beispiel sind Zahlungsanbieter wie PayPal, die auch in
Deutschland und anderen Ländern intensiv genutzt werden. Ist diese
Nutzung wirklich sinnvoll oder sollte Europa eigene Dienste ins Leben
rufen?
Zwtl.: PayPal als Zahlungsanbieter Nummer eins in Deutschland
Während der Deutsche an der Kasse weiterhin seinem Bargeld treu
bleibt, sind in Bereichen wie E-Commerce, aber auch iGaming digitale
Zahlungsanbieter ein Muss. Hier zeichnet sich für den US-Riesen
PayPal eine klare Pole-Position ab und das in verschiedenen
Bereichen.
Spannend zu sehen : Zwischen dem 1. Januar 2025 und 31. Dezember
2025 haben die beiden Online-Spielotheken BingBong und JackpotPiraten
die Nutzung von Zahlungsanbietern bei ihren Kunden analysiert. Beide
Anbieter sind legale Einrichtungen in Deutschland und traten im Zuge
der Glücksspielregulierung als erstes legales Online Casino mit
offizieller deutscher Lizenz auf.
Die Ergebnisse zeigen klar, wie bedeutend PayPal wirklich ist:
– 38,7 Prozent aller Einzahlungen wurden mit PayPal durchgeführt
– 15,8 Prozent der Transaktionen erfolgten mit dem Dienst Sofort (
Klarna)
– 14,7 Prozent der Kunden verwendeten die Mastercard
– 11,9 Prozent der Einzahlungen wurden mit Trustly durchgeführt
– 8,9 Prozent der Kunden nutzten Open Banking
– 7,8 Prozent verwendeten die VISA-Card
– 1,3 Prozent setzten auf Skrill
– 0,6 Prozent verwendeten Apple Pay
– 0,4 Prozent vertrauten auf Neteller
Die Daten zeigen: Obwohl auch Sofort (Klarna), Mastercard und
Trustly aktiv genutzt werden, ist PayPal mit einer mehr als doppelt
so hohen Nutzungsrate auf Platz eins.
Im E-Commerce ist der Anteil von PayPal etwas geringer
Ähnliche Auswertungen gibt es für den deutschen E-Commerce-Markt
, sie wurden im Jahr 2024 erhoben.
Hier zeigt sich PayPal ebenfalls als dominanteste und beliebteste
Lösung, kann allerdings in absoluten Zahlen nicht an die Werte der
Glücksspielbranche anknüpfen.
– 28,5 Prozent der Einkäufe werden mit PayPal gezahlt
– 25,8 Prozent der Kunden nutzen den Kauf auf Rechnung
– 17,3 Prozent der Einkäufe werden mittels Bankeinzug bezahlt
– 12,3 Prozent der Kunden verwenden Debit- oder Kreditkarten
– 4,3 Prozent der Einkäufe werden per Überweisung oder Vorkasse
beglichen
– 4,3 Prozent entfallen auch auf den Kauf mit Finanzierung
– 2,9 Prozent der Kunden entscheiden sich für Zahlung bei Abholung
– 1,4 Prozent der Konsumenten verwenden die Kundenkarte für Zahlungen
– 1,3 Prozent der Einkäufe werden per Sofortüberweisung bezahlt
– 1,1 Prozent aller Kunden verwenden sonstige Zahlungsmöglichkeiten
– 0,5 Prozent der Käufer vertrauen auf Amazon Pay
– 0,3 Prozent der Käufer zahlen per Nachnahme bei Lieferung
Sowohl im Bereich E-Commerce als auch im Online-Glücksspiel ist
der US-amerikanische Anbieter PayPal der Top-Favorit unter den
Zahlungsmöglichkeiten, was die Abhängigkeit im Bereich der Finanzen
von den USA erhöht.
Zwtl.: Wero als mögliche Alternative für PayPal
Die European Payments Initiative (EPI) hat mit Wero ein
alternatives Zahlungsmittel zu PayPal entwickelt, um sich
unabhängiger von Diensten wie PayPal zu machen. Aus den Ländern
Deutschland, Belgien, Niederlanden, Luxemburg und Frankreich haben
sich Zahlungsdienstleister und Banken zusammengeschlossen, um PayPal
die Stirn zu bieten.
Bereits 2025 konnte Wero über eine Million Kunden der Sparkassen
verzeichnen , Tendenz steigend. An die bisherigen Nutzungsraten von
PayPal kommt der Dienst aber weiterhin nicht an. Dabei bietet Wero im
Vergleich zum US-Riesen einige deutliche Vorteile.
Geldtransfers erfolgen beispielsweise von Konto zu Konto, ohne
dass ein dritter Anbieter zwischengeschaltet werden muss. Mittels
Handynummer oder E-Mail-Adresse ist die Zahlung innerhalb weniger
Sekunden möglich, wie bei PayPal. Was fehlt, ist ein großflächiger
Käuferschutz, wie ihn beispielsweise PayPal liefert. Auch fehlt die
gern genutzte Option der 30-tägigen Zahlpause.
Im Hinblick auf die Abhängigkeit Europas von den Vereinigten
Staaten wäre es durchaus sinnvoll, Wero künftig als starke
Alternative in Deutschland und anderen EU-Ländern zu etablieren und
die Abhängigkeit von PayPal zu minimieren.