Linz (OTS) – Vom Datensatz zur Therapie: Bei ihrer Antrittsvorlesung
an der IT:U,
Österreichs erster Universität für digitale Transformation, zeigten
die Gründungsprofessor:innen Spiros Denaxas und Kristin Reiche, wie
klinische Expertise, Data Science und Molekularbiologie
zusammenwirken und die Patient:innenversorgung wirksamer gestalten.
Mit ihrer interdisziplinären Forschung treiben zwei
Gründungsprofessor:innen der Digitaluni IT:U Entwicklungen in der
Medizin voran. Spiros Denaxas, Gründungsprofessor für Computational
Medicine (Datengetriebene Medizin), nutzt Methoden des maschinellen
Lernens, um in großen Gesundheitsdatensätzen zu erkennen, wann
Krankheiten auftreten, wen sie betreffen und warum Therapien bei
manchen Menschen wirken – und bei anderen nicht. Gründungsprofessorin
Kristin Reiche hat den Schwerpunkt Digital Molecular Medicine (
Digitale Molekulare Medizin): Sie arbeitet mit modernen
diagnostischen Verfahren, um Krankheitsmechanismen auf Zellebene
sichtbar zu machen und die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten zu
unterstützen.
Zwtl.: So sorgen Daten für mehr Gesundheit
Menschen werden älter und leben häufiger mit körperlichen und
psychischen Erkrankungen. Wenn wir verstehen, welche Krankheiten
gemeinsam auftreten, bei wem und in welchem Lebensalter, können
Ärzt:innen gezielter behandeln und die Gesundheitsversorgung
vorausschauend planen. Krankheiten sind zudem nicht bei allen gleich
– deshalb wirken Medikamente unterschiedlich. „Wir verbinden
klinische Medizin, Data Science und Informatik, um die Komplexität
der menschlichen Gesundheit zu entschlüsseln. Auf Basis umfangreicher
biomedizinischer Daten können wir Krankheitsverläufe präziser
vorhersagen und Therapien individuell auf jede einzelne Person
zuschneiden“, erklärt Spiros Denaxas, Gründungsprofessor für
Computational Medicine“ , erklärt Spiros Denaxas, Gründungsprofessor
für Computational Medicine. Er und sein Team nutzen die Möglichkeiten
Künstlicher Intelligenz für die Analyse umfangreicher
Gesundheitsdaten, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Dieses Wissen
ebnet den Weg für passgenauere Therapien und neue Medikamente – damit
alle Patient:innen die Behandlung erhalten, die am besten passt.
Zwtl.: Aus der Forschung in die Praxis
„Die Digitalisierung der Molekularen Medizin ist ein ehrgeiziges
Großprojekt – aber ein erreichbares. Damit es gelingt, braucht es
einen Wandel in der medizinischen Bioinformatik. Und diesen schaffen
wir nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit“ , betont Kristin
Reiche, Gründungsprofessorin für Digital Molecular Medicine. Reiche
und ihr Team stellen sich dieser Herausforderung, indem sie komplexe
molekulare Daten für klinische Entscheidungen nutzbar machen. Denn
was in der Forschung bereits Alltag ist, lässt sich in der
Patient:innenversorgung noch nicht einsetzen. Bei neuen Therapien,
wie zum Beispiel adoptiven Zelltherapien, die das Immunsystem gezielt
gegen Krebs aktivieren, prüft die Forschungsgruppe um Reiche mithilfe
von Computeranalysen und Einzelzellmessungen, ob eine Behandlung
wirkt. Damit diese Daten sicher und verlässlich in der Klinik
ankommen, entwickeln die Forschenden Wege, um die komplexen
Laborergebnisse in klare, handlungsleitende Empfehlungen für künftige
klinische Anwendungen zu übersetzen. So sollen zukünftig
Patient:innen zur richtigen Zeit die für sie passende Behandlung
bekommen.
Prof. Spiros Denaxas ist IT:U Gründungsprofessor für
Computational Medicine: Spiros Denaxas | IT:U
Prof. Kristin Reiche ist IT:U Gründungsprofessorin für Digital
Molecular Medicine: Kristin Reiche | IT:U