Zur Zukunft der musikalischen Bildung: Initiativen und neue Perspektiven

Salzburg (OTS) – Pädagog*innen-Mangel und Wertewandel in der
Gesellschaft erfordern
neue Maßnahmen im Bildungsbereich. Eine Gruppe von Stakeholdern
musikalischer Bildungseinrichtungen traf sich bereits zum 3. Mal an
der Universität Mozarteum Salzburg, um Strategien und Maßnahmen
weiterzuentwickeln.

Der Pädagog*innen-Mangel an Schulen und Musikschulen in
Österreich sowie in den Nachbarländern ist nach wie vor
allgegenwärtig. Allein in den kommenden zehn Jahren werden
voraussichtlich gut die Hälfte (ca. 7400) aller Musiklehrkräfte an
Musikschulen in Österreich pensioniert (vgl. Studie M. Hahn, M.
Huber, M. Wurzer 2026). Ähnlich sieht es auch in den Nachbarländern
aus ( MikADO-Studie 2026 ). Dieser Bedarf wird auf Grund der
Absolvent*innen nicht mehr gedeckt. In verschiedenen
Instrumentalfächern fehlen Musikpädagog*innen bereits heute.

„Die internationale Wahrnehmung Österreichs als Musikland gründet
wesentlich auf kontinuierlicher musikalischer Bildungsarbeit. Sie
sichert die Weitergabe musikalischer Kompetenzen und Traditionen und
schafft damit jene kulturelle Substanz, auf der künstlerisches Leben
ebenso wie seine gesellschaftliche und wirtschaftliche Ausstrahlung
aufbauen“ , so Martin Losert, Univ.-Prof. für Instrumental- &
Gesangspädagogik.

Verantwortliche und Lehrende aus Musikschulen, Musik-Schwerpunkt-
Schulen, Chor- und Blasmusikverbänden, Vertreter*innen tertiärer
Ausbildungsinstitutionen sowie Bildungsdirektionen trafen sich am 5.
Februar 2026 zum 3. Austauschtreffen zum Thema „Musikalische Bildung
in Salzburg und Oberösterreich“ an der Universität Mozarteum Salzburg
und beschäftigen sich mit der Förderung von Netzwerken und der
Zusammenarbeit der Institutionen. Musikverbände und Musikpädagog*
innen agieren als Multiplikatoren, verstärken die Kommunikation,
geben Rückmeldungen an Bildungsinstitutionen und arbeiten an der
Basis der musikalischen Bildung – von elementar bis tertiäre Bildung.

Zwtl.: Maßnahmen

Universitäten, Bildungsinstitutionen und Musikverbände reagieren
an verschiedenen Stellen: Im Herbst 2026 starten die neuen
Lehramtstudien Musik und Instrumentalmusik an der Universität
Mozarteum (das neue Curriculum gilt für den gesamten Cluster Mitte
für Salzburg und Oberösterreich). Neu ist die Verkürzung des
Bachelorstudiums von acht auf sechs Semester – für alle
Lehramtstudien. Dadurch wird ein rascherer Berufseinstieg ermöglicht.
Zulassungsprüfungen und die Vorbereitung darauf sind offener,
niederschwelliger, flexibler und näher an der zukünftigen
pädagogischen Praxis. Zudem wurden die Lehramtsstudien mit der
Einführung von Music Production , Blasorchesterleitung , Vocal- and
Band-Performance , Musik-Bewegung-Stimme , und der stärkeren
Integration von Jazz und Pop überarbeitet.

Ausgehend von Evaluationen zur Zulassung und zum Studieneinstieg
wurden Maßnahmen wie Onlinetermine, individuelle Beratungen, Workshop
– und Vorbereitungsangebote, Einbindung von schulpraktischen Aspekten
im Studium, Kooperationen mit Schulen und Verbänden gesetzt und
laufend erweitert. Hervorzuheben ist hier das neu installierte
Förderprogramm Musik-Multis: Next Generation , eine Kooperation der
Universität Mozarteum Salzburg und der Bildungsdirektion Salzburg zur
Vorbereitung von musikpädagogischen Talenten im Jugendalter.

Das Austauschtreffen förderte zudem eine Reihe von Faktoren zu
Tage, auf die Bildungsinstitutionen und Musikverbände nur begrenzt
Einfluss haben: Gesellschaftliche Werteverschiebungen, wandelnde
Bedeutung von Kunst und Kultur in der Gesellschaft, die Bewertung und
Darstellung von Berufsbildern und Berufsgruppen wie jene von
Musiklehrkräften, die Rahmenbedingungen für pädagogische Berufe sind
einige Beispiele dafür. Die Vertreterinnen und Vertreter aus dem
schulischen Bereich forderten vor allem die Stärkung an den
Nahtstellen zwischen Volksschule, Mittelschule und Gymnasien, wodurch
eine kontinuierliche musikalische Bildung gewährleistet werden soll.

Kontakte zum Thema:

Univ.Prof. MMag. Andreas Bernhofer, Bakk.art PhD: (
Curricularkommission Lehramt Musik und Instrumentalmusik, Sprecher
der Fachgruppe Musik/Instrumentalmusik im Cluster Mitte):
[email protected]

Univ.-Prof. Martin Losert (Curricularkommission Instrumental- und
Gesangspädagogik, Departmentleiter Musikpädagogik Salzburg):
[email protected]

Weiter Infos und Termine: Informationstermine zu
Musikpädagogischen Studien : am 19.3., 10. & 11.4. sowie 3. &
17.6.2026

Europäischer Tag der Musik an Schulen am 11. März 2026 :
„EuDaMuS” – European Day of Music in Schools

Tag der offenen Tür Musikpädagogik an der Universität Mozarteum
Salzburg

Am Tag der offenen Tür des Departments Musikpädagogik Salzburg an
der Universität Mozarteum können sich Studieninteressierte umfassend
zu den Lehramtstudien Musik und Instrumentalmusik sowie zu IGP
informieren. Mit Vorsing- und Vorspielmöglichkeiten,
Informationsformaten, Präsentationen, Hospitationsmöglichkeit und
simulierter Zulassungsprüfung.

Datum: 19.3.2026
Ort: Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg
Url: https://www.moz.ac.at/de/musikpaedagogik-salzburg