Wien (OTS) – Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) sieht
Licht und
Schatten im Vorschlag der uniko zur vollständigen Übernahme der
Lehramtsausbildung durch die Universitäten. Insbesondere die
Einbindung des Volksschullehramts in den Lehrbetrieb der
Universitäten wird kritisch gesehen. Die wissenschaftlichen Standards
von Universitäten sind nicht einfach auf die Primarstufe anwendbar,
wo pädagogische Qualitäten und Praxisnähe gefragt seien: „Wer später
mit 6-Jährigen arbeiten muss, braucht starke pädagogische Kenntnisse
und damit gänzlich andere Lehrinhalte als jemand, der eine
wissenschaftliche Karriere anstrebt.“, sagt Selina Wienerroither aus
dem ÖH-Vorsitzteam.
Theorieausbildung droht
Durch die Übernahme durch die Universitäten drohe der Praxisbezug
im Lehramtsstudium verloren zu gehen. Dieses könnte langfristig zu
großen Teilen in die Lehrpläne der Fachwissenschaften eingebettet
werden, wenn die Universitäten aufgrund knapper Ressourcen gezwungen
sind, Lehrveranstaltungen zusammenzulegen. Der Praxisbezug dürfe
nicht verloren gehen: „Das Lehramtsstudium – insbesondere, was die
Volksschule betrifft – darf nicht zu einem reinen Theoriestudium
werden“, so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz weiter. Im
Volksschullehramt soll demnach vor allem die altersgerechte
Vermittlung von Wissen im Fokus stehen – nicht die Anforderungen der
jeweiligen fachwissenschaftlichen Disziplin.
Vereinheitlichung positiv – aber offene Fragen bleiben
Die ÖH sieht viele offene Fragen in den Plänen der uniko – aber
auch Vorteile in einer Vereinheitlichung des Lehramtsstudiums. Umut
Ovat aus dem ÖH-Vorsitz dazu: „Lehramtsstudent_innen sind mit einem
Wirrwarr an Ausbildungsstätten und übergeordneten Strukturen
konfrontiert.“ Hier brauche es eine Vereinheitlichung, damit
Studierende im Studium nicht behindert werden. Die Frage, unter
welchem Dach das Lehramtsstudium künftig abgewickelt werden soll, sei
dabei nachrangig.
Der Fokus im Lehramtsstudium muss jedenfalls bei Praxis und
Pädagogik liegen, so der ÖH-Vorsitz abschließend.