FPÖ – Guggenbichler: Finanzielle und wirtschaftliche Gebarung der Wiener Wirtschaftskammer dringend untersuchen

Wien (OTS) – Für den Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter
Ruck, wird die
Luft immer dünner. Wie der „Kurier“ aktuell berichtet, wird der
Verkauf des Wiener Gewerbehauses aus dem Jahr 2019 erneut untersucht.
Im Raum steht der Verdacht eines möglichen Schadens von rund 14
Millionen Euro zulasten der Mitglieder der Wirtschaftskammer Wien.

„Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre das ein handfester
Skandal. Hier geht es um das Geld der Unternehmerinnen und
Unternehmer dieser Stadt“, betont der Wirtschaftssprecher der Wiener
FPÖ, LAbg. Udo Guggenbichler.

Bereits 2017 ließ sich Präsident Ruck den Verkauf genehmigen. Als
Rechtfertigung für den vergleichsweise niedrigen Verkaufspreis wurden
Schätzgutachten aus dem Jahr 2017 herangezogen. Zum tatsächlichen
Verkaufszeitpunkt 2019 wurden diese Gutachten offenbar nicht
aktualisiert. Zudem soll auf eine Wertsicherungsklausel verzichtet
worden sein. „Gerade bei Immobilien in bester Wiener Lage ist eine
fehlende Aktualisierung der Bewertung sowie der Verzicht auf
Wertsicherung völlig unverständlich“, so Guggenbichler.

Doch damit nicht genug: Aktuell bereiten Präsident Ruck und der
Obmann der Fachgruppe Gastronomie, Thomas Pesta, offenbar die
Verwertung beziehungsweise den Verkauf der traditionsreichen
Gastgewerbeschule am Judenplatz vor.

Der Bestellung von Thomas Peschta zum Obmann der Fachgruppe
Gastronomie soll ein höchst fragwürdiges politisches Schauspiel
vorangegangen sein. Obwohl der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband
(SWV) als stimmenstärkste Fraktion aus der Wahl hervorging, verlor
dieser den Vorsitz. Nach den der FPÖ vorliegenden Informationen fand
am 2. April 2025 eine Sitzung im Beisein von WK-Wien-Präsident Ruck,
SWV-Präsident Marco Fischer sowie drei weiteren Personen statt. Dabei
sollen für die Unterstützung des Wirtschaftsbundes bei der Bestellung
des Obmanns zwei Stellvertreterposten für den Wirtschaftsbund sowie
die Zustimmung zu einer alternativen Verwertung der Gastgewerbeschule
gefordert worden sein. Diese Zustimmung sollte demnach schriftlich
erfolgen.

Die FPÖ Wien bereitet hierzu eine Sachverhaltsdarstellung vor.
Konkret soll der Verdacht geprüft werden, wonach der neue Obmann der
Fachgruppe Gastronomie noch vor seiner Bestellung auf Wunsch des WK-
Wien-Präsidenten eine Verpflichtungserklärung unterzeichnet haben
soll, mit der er einer Verwertung des Gebäudes am Judenplatz
zustimmen muss. Geplant sei demnach, das Schulstatut an die
Fachgruppe zu überschreiben und die Schule an den Standort des WIFI
am Währinger Gürtel zu verlegen. Damit wäre der Weg für einen Verkauf
der Liegenschaft am Judenplatz frei.

„Ein weiterer Fall ‚Gewerbehaus‘ zulasten der Kammermitglieder
darf sich keinesfalls wiederholen. Die Wiener Unternehmer haben ein
Recht auf Transparenz, Sorgfalt und eine verantwortungsvolle
Verwaltung ihres Vermögens“, stellt Guggenbichler klar.

Die FPÖ fordert daher eine umfassende und unabhängige Prüfung
sämtlicher Vorgänge rund um den Verkauf des Gewerbehauses sowie der
geplanten Verwertung der Gastgewerbeschule am Judenplatz.