Wien (OTS) – „Es kann nicht sein, dass es weltweit zu Festnahmen und
Rücktritten
kommt, während in Österreich im Zusammenhang mit den Epstein-Files
beinahe aktiv und demonstrativ weggeschaut wird. Es geht um schwere
Verbrechen, möglicherweise um organisierte Kriminalität und um
mutmaßliche Verbindungen nach Österreich: Teils sogar in Richtung von
Ministerien, anderer offizieller und privater Institutionen sowie bis
hinein in die österreichische Politik. Und hier passiert schlichtweg
gar nichts, während in anderen Ländern die Ermittlungen auf
Hochtouren laufen und bereits die Handschellen klicken! Was ist mit
den zuständigen Ministern und Behörden los? Sie sollen sich umgehend
äußern und erklären, warum man sich hier totstellt!“, zeigte sich FPÖ
-Generalsekretär Michael Schnedlitz empört.
In Frankreich wurde bereits eine Sondereinheit eingerichtet, um
die massiven Datenmengen der „Epstein-Files“ gezielt auf Straftaten
mit Frankreich-Bezug zu prüfen. Auch andere europäische Länder
arbeiten mit Hochdruck. „In Frankreich wird etwa bereits in zwei
Richtungen ermittelt: Einerseits wegen möglicher Finanzdelikte wie
Korruption oder Geldwäsche, andererseits im Bereich von
Sexualdelikten. Eine derartige Sondereinheit zur umfassenden
Aufarbeitung sämtlicher Aktennennungen und Bezüge zu Österreich ist
nicht nur das Gebot der Stunde, wir hätten sie bereits gestern
gebraucht! Bei mutmaßlich schweren Verbrechen darf man nicht einfach
wegsehen. Es werden nicht einmal vorhandene Akten gesichtet, obwohl
Verbindungen zu Österreich sogar medial bekannt sind“, so Schnedlitz.
„In mehreren Ländern laufen Ermittlungen, etwa auch in Norwegen
im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen. Hat das etwas mit Wien zu
tun? Die Akten legen einen Zusammenhang nahe. Ich erwarte mir daher,
dass unsere Behörden endlich tätig werden, sich sämtliche relevanten
Unterlagen beschaffen und unverzüglich ihre Arbeit aufnehmen. Es kann
nicht sein, dass sich seit Wochen dankenswerterweise Journalisten in
Österreich mit den Causen befassen, Verbindungen von Epstein und
seinen Machenschaften nach Österreich öffentlich thematisiert werden
– wenn auch noch vieles nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist – und
unsere Behörden beide Augen verschließen, während andere europäische
Länder vorzeigen, wie rechtsstaatliche Aufarbeitung funktioniert und
wie man das Vertrauen in die Behörden stärkt – gerade dann, wenn es
um prominente Netzwerke und mögliche Schwerkriminalität geht“, so
Schnedlitz abschließend.