Mit Krisen-Abschluss helfen Handelsarbeiter:innen der Branche erneut auf die Sprünge

Wien (OTS) – Die vierte Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag (KV)
der
Handelsarbeiter:innen hat am 19. Jänner zu einer Einigung geführt. In
einer Befragung haben die Beschäftigten dem Ergebnis nun klar
zugestimmt. Der Abschluss bringt Lohnerhöhungen von 2,55 Prozent
sowie Verbesserungen bei Nacht- und Kältezulagen. Verschlechterungen
im Rahmenrecht konnten abgewendet werden. Nachdem es bereits im
Vorjahr einen Abschluss unter der rollierenden Inflation gab, zeigten
sich die Beschäftigten erneut kompromissbereit.

„Es ist entscheidend, dass die Kolleg:innen selbst über das
Ergebnis mitbestimmen. Die klare Zustimmung zeigt: Dieses Ergebnis
ist für den Großteil ein tragbarer Kompromiss“, betont vida-
Verhandlungsleiterin Christine Heitzinger. Gleichzeitig hält sie
fest, dass dieses Entgegenkommen nicht folgenlos bleiben darf: „Weder
die Beschäftigten noch die Konsument:innen haben die Bedingungen
verursacht, die diesen Krisenabschluss notwendig gemacht haben. Wir
erwarten uns daher, dass die Arbeitgeber bei kommenden Verhandlungen
nicht vergessen, wer in dieser Situation Verantwortung übernommen
hat.“

Zugleich macht Heitzinger deutlich, dass die Löhne nicht als
Rechtfertigung für weitere Preissteigerungen missbraucht werden
dürfen: „Wenn sich die Lohnkosten unter der Inflation erhöhen, kann
sich bei steigenden Preisen niemand mehr auf die Beschäftigten
herausreden.“

Löhne steigen, Rahmenrecht bleibt stabil

Trotz der notwendigen Zugeständnisse haben die vida-
Verhandler:innen im Rahmen der Möglichkeiten das Beste für die rund
150.000 Beschäftigten der Branche erreicht: Der KV-Abschluss bedeutet
ein monatliches Plus von rund 54 bis 63 Euro brutto, auf das Jahr
gerechnet zwischen 750 und 880 Euro brutto mehr Einkommen.
Gleichzeitig konnten Verschlechterungen bei den Arbeitsbedingungen
verhindert werden – etwa durch längere Nachtarbeitszeiten. Auch das
Recht auf Altersteilzeit bleibt erhalten.

Nach der KV-Verhandlung ist vor der KV-Verhandlung

Dem Abschluss vorangegangen ist eine Mobilisierung in den
vergangenen Monaten. Viele Beschäftigte haben sich an Aktionen
beteiligt und damit Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut. „Viele
Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, dass sie nicht alles
hinnehmen“, hält Heitzinger fest.

Für die vida-Gewerkschafterin ist klar: Der aktuelle Abschluss
ist kein Endpunkt. „Nach der KV-Verhandlung ist vor der KV-
Verhandlung. Nur gemeinsam können wir Schritt für Schritt bessere
Löhne, fairere Arbeitsbedingungen und mehr Respekt in der Arbeitswelt
durchsetzen“, so Heitzinger abschließend. Der neue Kollektivvertrag
tritt mit 1. Jänner 2026 in Kraft – in Betrieben, wo in der
Zwischenzeit noch keine Lohnerhöhungen ausbezahlt wurden, gilt er
rückwirkend.