„Universum“-Neuproduktion präsentiert „Australiens verborgenes Paradies – Lord Howe Island“

Wien (OTS) – Etwas mehr als 600 Kilometer vor der Ostküste
Australiens liegt ein
wahres Inselparadies. Lord Howe Island, benannt nach einem britischen
Flottenadmiral, gilt als eine der schönsten Inseln der Welt. Am Fuße
des spektakulären Bergs Mount Gower liegen weiße Sandstrände und
türkisblaue Lagunen, Heimat unzähliger Arten. Die unverkennbare
Vielfalt der Insel ist allerdings alles andere als sicher, wie die
„Universum“-Neuproduktion „Australiens verborgenes Paradies – Lord
Howe Island“ von Florian Guthknecht und Ian Hutton (ORF-Bearbeitung:
Dylan Whiting) am Dienstag, dem 24. Februar 2026, um 20.15 Uhr in ORF
2 und auf ORF ON zeigt.

Jahrtausendelang konnten sich verschiedene Arten auf Lord Howe
beinahe ungestört entwickeln. Da es auf der Insel keine größeren
Raubtiere gab, haben sich die Lord-Howe-Waldrallen an ein Leben am
Boden gewöhnt. Auch andere Vögel, Insekten und Reptilien genossen
hier eine einigermaßen sichere Existenz in einer Welt, in der das
natürliche Gleichgewicht unantastbar zu sein schien. Doch der Mensch
hat diese natürliche Balance ins Wanken gebracht. Vor mehr als 100
Jahren erreichten „blinde Passagiere“ auf einem Schiff in Seenot die
Insel. Die einheimischen Tiere wurden von der Ankunft der Ratten und
Mäuse überrascht, und die Natur veränderte sich schlagartig. Rund 20
Jahre später war es eine Schnecke, der Leopardenschnegel, die mit
ihrer Ankunft neue Probleme verursachte. Auch Pflanzen wurden
eingeschleppt, und das Leben auf Lord Howe veränderte sich. Jedoch
hat es die Natur der Insel geschafft, ihren einzigartigen Charakter
zu bewahren.

Für Regisseur Florian Guthknecht war dieser Film eine
Herzensangelegenheit: „Ich kenne und filme auf Lord Howe seit über 20
Jahren. Das Unglaubliche ist: Diese Insel ist einer der wenigen Orte
auf der Erde, an denen ich erleben durfte, wie sich die Natur zum
Guten verändert. Überall sonst erlebe ich bei meinen Dreharbeiten nur
den Niedergang und Artensterben. Lord Howes Entwicklung über so eine
lange Zeitspanne mitzuerleben, ist ein Geschenk – und motiviert mich,
den Glauben an eine bessere Zukunft nicht aufzugeben.“

Rund 400 Menschen leben auf Lord Howe. Unter ihnen ist auch Ian
Hutton, der sich seit mehr als 40 Jahren aufopferungsvoll um die
Natur der Insel kümmert und auch wichtige Projekte umgesetzt hat –
wie zum Beispiel die vorläufige Ausrottung der Nagetiere, die so viel
Unheil über das einstige Paradies gebracht haben. „Ich bin auf diese
Insel gekommen und habe mich sofort in sie verliebt. Auch nach 40
Jahren entdecke ich immer noch Dinge und Verhaltensweisen, die ich
noch nie zuvor gesehen habe. Selbst wenn es nur eine Blume ist, die
an einem neuen Ort blüht. Ein Vogel, der etwas anderes macht. Jeder
Ausflug birgt eine Überraschung“ so der Autodidakt, der seine
Leidenschaft auch gerne an nachfolgende Generationen weitergibt.

Mit dem Verschwinden der Nagetiere veränderte sich das Inselleben
erneut. Während sich Feenseeschwalben, der Lord-Howe-Gecko und der
Lord-Howe-Hirschkäfer an Land wieder ausbreiten, tut sich auch im
Wasser vor den Stränden einiges. Dort, wo tropisch-warmes Wasser vom
Great Barrier Reef auf kalte Strömungen vom Südpol trifft, befindet
sich das südlichste Korallenriff der Welt. Galapagoshaie machen Jagd
auf Korallenwelse, Igelfische und Skorpionfische, doch diese haben
alle unterschiedliche Überlebensstrategien entwickelt. Vor Lord Howe
schaut auch der seit dem Animationsabenteuer „Findet Nemo“
weltberühmte Clownfisch anders aus: Schwarz-Weiß statt Orange-Weiß.
Aber nachts findet am Riff noch eine viel größere Transformation
statt: Für das menschliche Auge unsichtbar, vollzieht sich ein
totaler Farbwechsel. Viele Riffbewohner nehmen tagsüber das
kurzwellige, energiereiche UV-Licht auf und geben es mit einer
deutlich höheren Wellenlänge nachts ab. Diese Biofluoreszenz stellt
die Wissenschaft immer noch vor ein Rätsel.

Auch diese entlegene Insel, weit weg von den großen Zentren des
menschlichen Lebens, leidet unter den Auswirkungen der
Klimaerwärmung. Das birgt einige Gefahren, nicht nur für die Tiere
und Pflanzen der Insel, sondern auch für Zugvögel, die Lord Howe als
Zwischenstopp auf ihren langen Migrationen nutzen. Die Auswirkungen
von manchen Fehlern der Vergangenheit konnten auf Lord Howe Island
eingedämmt oder sogar zum Teil rückgängig gemacht werden, wodurch die
ursprüngliche Natur sich ihren Platz zurückerobern konnte. „Ich
möchte den Zuschauerinnen und Zuschauern zeigen, dass auch kleine
Eingriffe große Wirkung in einem Ökosystem haben können“, erklärt
Regisseur Florian Guthknecht. „Jeder von uns kann die eigene Umwelt
maßgeblich mitgestalten, wie Ian Hutton und die Bewohner von Lord
Howe jeden Tag eindrucksvoll unter Beweis stellen.“