Steiermark (OTS) – Die Interessenvertretung Fachpflegeagenturen
fordert im Zuge der
aktuellen Diskussion zur 24-Stunden-Betreuung eine verbindliche
Qualitätsoffensive und strukturelle Neuausrichtung des Systems. Neben
einer finanziellen Anpassung brauche es insbesondere klare
Qualitätsstandards sowie eine verpflichtende fachpflegerische
Begleitung.
„Die 24-Stunden-Betreuung ist für tausende Familien in Österreich
die Grundlage dafür, dass pflegebedürftige Menschen weiterhin im
eigenen Zuhause leben können. Doch dauerhafte Betreuung braucht klare
fachliche Verantwortung und verbindliche Qualitätssicherung“, betont
der Verein.
Nach Ansicht der Interessenvertretung kann qualitätsvolle
Betreuung nur dann gewährleistet werden, wenn diplomierte Gesundheits
– und Krankenpflegepersonen (DGKP) strukturell und verpflichtend an
die Agenturen angebunden sind. Fachpflege müsse regelmäßig
evaluierend tätig sein, Betreuungssettings fachlich begleiten und
qualitätssichernde Verantwortung übernehmen. Derzeit fehle es an
einheitlichen Standards, klar definierten Ausbildungsanforderungen
und wirksamen Kontrollmechanismen.
Zwtl.: Konkrete Forderungen
Die Interessenvertretung Fachpflegeagenturen fordert daher:
· Verpflichtende Anbindung diplomierter Gesundheits- und
Krankenpflegepersonen an 24-Stunden-Agenturen zur strukturellen
Sicherstellung von Fachpflegebegleitung und Qualitätssicherung;
· Verdoppelung der Förderung durch das
Bundessozialministeriumservice , da die bestehenden Förderbeträge
nicht ausreichen, um qualitätsgesicherte 24-Stunden-Betreuung
inklusive verpflichtender Fachpflegebegleitung sicherzustellen. Eine
Anpassung sei notwendig, um strukturierte Qualitätssicherung, faire
Betreuungsmodelle und nachhaltige Entlastung der Familien zu
ermöglichen;
· Anhebung der Einkommens- bzw. Pensionsgrenze von derzeit 2.500
Euro auf 4.055 Euro , da die bestehende Obergrenze nicht mehr
zeitgemäß sei und insbesondere Angehörige der Mittelschicht trotz
hoher finanzieller Belastung vom Fördersystem ausgeschlossen würden.
„Qualität darf kein Luxus sein. Sie muss Standard werden –
finanziell abgesichert und gesetzlich verankert“, so die
Interessenvertretung.
Die 24-Stunden-Betreuung sei ein zentraler Pfeiler des
österreichischen Pflegesystems. Um Sicherheit, Professionalität und
Würde nachhaltig zu gewährleisten, brauche es nun klare politische
Entscheidungen.