Wien (OTS) – Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál, Stadträtin für Wohnen,
Wohnbau,
Stadterneuerung und Frauen, legt ihr Amt in der Stadtregierung nieder
und verlässt die Wiener Politik. Die Entscheidung der
Ressortverantwortlichen hat Bürgermeister Michael Ludwig heute,
Montag, gemeinsam mit Kathrin Gaál bei einer Pressekonferenz im SPÖ-
Klub, im Wiener Rathaus bekannt gegeben.
Bürgermeister und SPÖ-Wien-Landesparteivorsitzender Michael
Ludwig lobte die Arbeit von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál, die
seit 2018 das Ressort Frauen und Wohnen verantwortet und seit 2020
auch Vizebürgermeisterin ist. Frauenpolitik und Wohnbau seien in der
DNA der Sozialdemokratie, erinnerte der Stadtchef. Gaál hätte Akzente
in der Frauenpolitik gesetzt, die weit über die Stadtpolitik
hinausreichen, strich Ludwig hervor. Beim Thema Wohnen hätte es Gaál
geschafft, Wohnbau und Klimaschutz zu verknüpfen und leistbares
Wohnen, wie die Eindämmung von Kurzzeitvermietungen, den Schutz von
Altbauten und die Einführung der Widmungskategorie Geförderter
Wohnbau abzusichern. Die personellen Weichenstellungen seien in den
Parteigremien einstimmig erfolgt. Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál
habe ihm gesagt, sie wolle in diesem Lebensabschnitt beruflich noch
etwas anderes tun und nicht in der Politik bleiben. „Es ist ein
harter Schlag“, so Ludwig. Mit „Standing Ovations“ sei ihre Arbeit in
den Gremien gewürdigt worden, ergänzte der Bürgermeister. „Gerade die
Bereiche Wohnbau und Frauenpolitik sind wesentliche Elemente der
Wiener Stadtpolitik“, bedankte er sich. In ihrer Zeit als
Frauenstadträtin habe Kathrin Gaál „viele deutliche Akzente gesetzt,
die weit über unsere Stadt hinausgewirkt haben“, darunter etwa das
fünfte Frauenhaus. Die soziale Frage, dass „möglichst viele Menschen
sich eine Wohnung in allen Teilen unserer Stadt leisten können
sollen“, sei ein Fokus ihrer Arbeit gewesen, so Ludwig. Große Erfolge
habe es etwa beim Thema Kurzzeitvermietung gegeben und bei der
Regelung, dass bei allen Umwidmungen in der Bauordnung festgelegt
ist, dass zwei Drittel der Wohnungen gefördert sein müssen.
Es sei „wichtig, dass wir in Wien sehr schnell die personellen
Entscheidungen treffen“, so Ludwig. Er wollte eine Person finden,
„die sehr unmittelbar in den Themenbereich Wohnen und Frauen
einsteigen kann“. Ludwig möchte eine Nachfolgerin für Gaál mit
Erfahrung und Know-How beim Thema Wohnen und Frauen nominieren;
jedenfalls jemanden mit politischer Erfahrung. Daher sei die Wahl auf
Nationalratsabgeordnete und Landesvorsitzende der Mietervereinigung
Elke Hanel-Torsch gefallen. Sie ist seit 20 Jahren in der
Mietervereinigung Wien tätig und zog 2024 in den Nationalrat ein,
zuvor war sie Bezirksrätin in Margareten. Er habe sich „von Beginn an
dazu entschlossen, dass eine Frau das Amt der Vizebürgermeisterin
übernehmen soll“, so Ludwig. Er habe Barbara Novak ersucht, dieses
Amt zu übernehmen.
Kathrin Gaál ist noch bis Ende März Stadträtin und
Vizebürgermeisterin. Sie begründete ihren Schritt damit, sich
außerhalb der Politik beruflich weiterentwickeln zu wollen. Der
Zeitpunkt passe: Derzeit seien viele Projekte abgeschlossen,
gleichzeitig sei die laufende Legislaturperiode noch jung und ihre
Nachfolgerin habe noch ausreichend Zeit vieles weiterzuentwickeln und
neue Projekte umzusetzen. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen,
„aber der richtige Schritt“. Gaál bedankte sich beim Bürgermeister,
bei der gesamten Stadtregierung, den Abteilungen und ihrem Büro. Sie
nannte Erfolge ihrer Amtszeit: Die Widmungskategorie Geförderter
Wohnbau, das Gemeindebau Neu-Programm, große Fortschritte beim
Klimaschutz und bei der Kurzzeitvermietung. Einige Beispiele erwähnte
sie auch bei ihrem „Herzensthema Frauenpolitik“, wie das fünfte
Frauenhaus, Wiens größte Frauenbefragung und die Wiener Frauenwoche
sowie das Frauenzentrum. „Nach all diesen Projekten ist jetzt der
Zeitpunkt das Staffelholz weiterzugeben. Denn: Man soll dann gehen,
wenn es am schönsten ist“, so Gaál.
Wirtschafts- und Finanzstadträtin Barbara Novak würdigte die
„eigenen Fußabdrücke“, die Kathrin Gaál nach ihrem Vorgänger Michael
Ludwig hinterlassen hat – im Bereich Wohnbau und auch in der
Frauenpolitik. „Ich empfinde es als hohe Wertschätzung, zukünftig
auch als Vizebürgermeisterin in dieser Stadt tätig sein zu dürfen“,
so Novak. Das Ressort Finanzpolitik erhalte dadurch zusätzliche
Wertschätzung. Novak bedankte sich bei Gaál und freute sich, Hanel-
Torsch willkommen zu heißen. Die geschäftsführende Vorsitzende der
Mietervereinigung Wien und Nationalratsabgeordnete Elke Hanel-Torsch
sagte, nach 20 Jahren in der Mietervereinigung und einem Jahr im
Nationalrat stehe ein neuer Lebensabschnitt am Programm. Sie fühle
sich geehrt. „Ich kann versprechen, dass ich das Amt mit vollem
Herzblut, Einsatz und Leidenschaft ausüben werde, um unser schönes
Wien noch lebenswerter zu gestalten“, kündigte sie an, die sich bei
ihrer Vorgängerin bedankte. „Wien ist nicht nur die Stadt des
sozialen Wohnbaus, sondern auch die Stadt der Frauen“, so Hanel-
Torsch. Gleichberechtigung, Gewaltschutz und die Rechte der Frauen
hätten oberste Priorität. Die Fußstapfen der Vorgängerin und des
Vorgängers seien „riesig“. Sie werde ebenso hart arbeiten und sich
für Wien als lebenswerte Stadt einsetzen.
Der formelle Rücktritt von Kathrin Gaál und die Wahl der
Nachfolgerin Elke Hanel-Torsch in den Stadtsenat sowie in ihr Ressort
soll bei einer Gemeinderatssitzung Ende März vollzogen werden.
Hanel-Torsch engagiert sich seit 2007 in der SPÖ Margareten. Die
Juristin war von 2013 bis 2024 Mitglied der Bezirksvertretung im 5.
Bezirk. Daneben ist sie seit 2006 bei der Mietervereinigung
beschäftigt, zuletzt als Geschäftsführerin und seit 2016 als
geschäftsführende Landesvorsitzende der Mietervereinigung Wien. Bei
der Nationalratswahl 2024 zog Hanel-Torsch über die Landesliste der
SPÖ Wien im Nationalrat ein.
Weitere Informationen: SPÖ-Klub im Rathaus, Tel.: +43 1 4000
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