Baden (OTS) – Kinder und Jugendliche bewegen sich wie
selbstverständlich auf Social
Media, doch die österreichische Bevölkerung blickt zunehmend kritisch
auf deren digitale Lebenswelt. Eine aktuelle und repräsentative
Umfrage des Online Research Instituts Marketagent unter 1.000
Personen zeigt: Die große Mehrheit sieht Social Media deutlich eher
als Gefahr, denn als Chance. Gleichzeitig gibt es einen klaren Wunsch
nach stärkeren gesetzlichen Rahmenbedingungen und einem Mindestalter
für die Nutzung sozialer Plattformen.
Zwtl.: Fact Box:
– Sicherheitswahrnehmung: 8 von 10 Österreicher*innen halten Social
Media für Kinder und Jugendliche für gefährlich.
– Chancen und Risiken von Social Media: Als Top-3 Vorteile werden
Zugang zu Wissen & Bildung (40%), soziale Teilhabe (38%) und
Interessensaustausch (38%) wahrgenommen. Unter den Risiken dominieren
sexuelle Belästigung (72%), Cybermobbing (71%) und Sucht (71%).
– Gesetzliches Mindestalter: 90% befürworten ein gesetzliches
Mindestalter bei der Social Media Nutzung. Die Zustimmung ist
generationenübergreifend sehr hoch. Das gewünschte Mindestalter liegt
im Schnitt bei 15 Jahren (Mittelwert).
– Kontrolle der Altersgrenze: Nur ein gutes Drittel hält eine
zuverlässige Altersprüfung durch Plattformen für realistisch (38%),
die Mehrheit sieht dies als illusorisch (62%). Die Hauptverantwortung
für die Einhaltung des Mindestalters sehen die Österreicher*innen
primär bei den Eltern (38%).
– TikTok besonders riskant: TikTok wird mit Abstand am riskantesten
eingeschätzt (84%), dahinter folgen Instagram (55%) und Snapchat (51%
).
Nicht nur international rücken Altersgrenzen für Social Media
zusehends in den Fokus der Politik. Auch die österreichische
Bundesregierung plant entsprechende Regulierungen. Eine aktuelle
Marketagent-Umfrage zeigt nun, dass dieses Vorhaben ganz im Sinne der
Bevölkerung ist.
Zwtl.: Social Media gilt für Jugendliche überwiegend als gefährlich
Der Befund zum Gefahrenpotenzial von TikTok, Instagram und Co.
ist eindeutig: 81 Prozent der 1.000 Befragten aus Österreich sind
überzeugt, dass Social Media für Kinder und Jugendliche eher oder
sehr gefährlich ist. Nur ein knappes Fünftel hält die Plattformen für
sicher (19%).
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Studie zeigt, dass sich
Risiken wie Cybermobbing, Sucht und problematische Inhalte tief im
Bewusstsein der Bevölkerung verankert haben. Zwar werden positive
Aspekte wahrgenommen, doch sie fallen im Vergleich deutlich schwächer
aus. Als wichtigste Vorteile der Nutzung von Social Media Plattformen
nennen die Befragten den leichten Zugang zu Wissen und Bildung (40%),
soziale Vernetzung und Kommunikation (38%), Austausch über gemeinsame
Interessen (38%) sowie digitale Kompetenzen und frühzeitiger Umgang
mit Technik (36%).
Dem gegenüber stehen jedoch massive Sorgen, allen voran vor
sexueller Belästigung (72%) bzw. sexualisierten Inhalten (71%),
Cybermobbing (71%) und übermäßiger Nutzung (71%). Auch Gewalt (67%),
Extremismus (66%), Desinformation (65%) und mentaler Druck (61%)
werden breit als relevante Gefahren wahrgenommen.
Zwtl.: 90 Prozent befürworten ein gesetzliches Mindestalter
Während die Verantwortlichen in der Politik noch über die
mögliche Regulierung von Social Media diskutieren, zeigt die
Marketagent-Studie, dass die Bevölkerung bereits einen Schritt weiter
ist. 90 Prozent sprechen sich klar für ein gesetzliches Mindestalter
aus. Die gewünschte Altersgrenze liegt im Schnitt bei 15 Jahren.
Auffällig ist, dass die Zustimmung über alle Generationen hinweg
gleich hoch ist: von den 14-19-Jährigen bis hin zu den Über-60-
Jährigen.
„ Die breite Mehrheit sieht in Social Media ein reales Risiko für
junge Menschen: von Cybermobbing, über sexualisierte Inhalte bis hin
zu Suchtproblematiken. Dass 90 Prozent ein gesetzliches Mindestalter
fordern, ist ein deutliches Signal an Politik und Plattformbetreiber.
Der Wunsch nach mehr Schutz und klaren Regeln ist gesellschaftlich
längst angekommen “, fasst Thomas Schwabl , Gründer und
Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.
Zwtl.: Wer trägt die Verantwortung? Die Eltern
Wenn es um die Einhaltung von Altersgrenzen geht, sieht die
Bevölkerung die Verantwortung primär bei den Erziehungsberechtigten:
38 Prozent nehmen hier die Eltern in die Pflicht, knapp jede*r Dritte
die Plattformen selbst (32%), 19 Prozent den Staat. Die Botschaft ist
klar: Eltern sollen ihre Kinder begleiten, Regeln setzen und
kontrollieren, aber Plattformen und Politik dürfen sich ihrer
Verantwortung ebenfalls nicht entziehen. Gleichzeitig glaubt eine
Mehrheit von 62 Prozent, dass Social-Media-Plattformen das Alter
ihrer Nutzenden nicht verlässlich überprüfen können. Das Vertrauen in
technische Alterskontrollen ist also begrenzt.
Zwtl.: TikTok, Snapchat und Instagram gelten als die riskantesten
Plattformen
Bei der Frage nach den riskantesten Social-Media-Plattformen für
junge Menschen entsteht ein deutliches Bild: TikTok gilt mit 84
Prozent klar als problematischste App. Mit deutlichem Abstand folgen
Instagram (55%) und Snapchat (51%). Beide werden von mehr als der
Hälfte der Bevölkerung als besonders riskant eingestuft. Auch
X/twitter (44%) und Facebook (40%) sowie YouTube (24%) stehen in der
Kritik, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß.