vida-Eberhart zu Tourismus-KV-Stopp an WKÖ: „Lohnverhandlungen sind kein Gnadenakt“

Wien (OTS) – „Lohnverhandlungen sind kein Gnadenakt: Mit ihrer
Vorgehensweise, die
Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus auszusetzen, nimmt die
Wirtschaftskammer (WKÖ) wegen persönlicher Eitelkeiten über 200.000
Beschäftigte einfach so in Geiselhaft“, fordert Eva Eberhart,
Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, die
WKÖ zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Dass die WKÖ eine
Entschuldigung von vida-Vorsitzendem Roman Hebenstreit zur Bedingung
für Verhandlungen macht, ist für Eberhart ein fadenscheiniges
Ablenkungsmanöver. „Roman Hebenstreit hat bezüglich Missständen
Fakten benannt, die durch einfache Recherche und die jüngste Enquete
des Finanzministeriums belegt sind. Wahrheiten brauchen keine
Entschuldigung, sondern politische Konsequenzen“, betont die vida-
Gewerkschafterin.

Die jüngsten Enthüllungen über organisierte
Wirtschaftskriminalität und manipulierte Registrierkassen-Software in
der Branche zeigen, dass es ein strukturelles Problem gebe. „Es geht
darum, die schwarzen Schafe endlich beim Namen zu nennen, um die
redlichen Betriebe zu schützen“, so Eberhart weiter. Die Gewerkschaft
vida werde daher ein verpflichtendes Qualitätssiegel für Betriebe
massiv forcieren. „Nur Betriebe, die Transparenz bei Steuern und
Arbeitszeiten nachweisen können, verdienen auch die Auszeichnung als
Top-Arbeitgeber“, so die vida-Gewerkschafterin.

Scharfe Kritik übt Eberhart am Menschenbild der
Arbeitgebervertreter: „Der Arbeitsmarkt ist kein Verhältnis von
Eltern zu Kindern, die brav sein müssen, damit das Christkind ein
Packerl unter den Baum legt. Der Ausgleich des inflationsbedingten
Kaufkraftverlustes ist kein Gnadenakt, sondern eine ökonomische
Notwendigkeit und muss das Ergebnis fairer KV-Verhandlungen auf
Augenhöhe sein“, sagt Eberhart und fügt hinzu: „Wer die
Teuerungsabgeltung verweigert, der legt ein zutiefst bedenkliches
Verständnis von Sozialpartnerschaft an den Tag.“

Die Gewerkschaft vida fordert die WKÖ auf, ihre Blockade umgehend
aufzuheben und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir brauchen
keine beleidigten Reaktionen, sondern Lösungen gegen Armutsgefährdung
und für faire Wettbewerbsbedingungen durch ein Qualitätssiegel“,
bekräftigt Eberhart abschließend.