Wien (OTS) – Der Rat der Europäischen Union hat heute die neuen
Zollbestimmungen
für Kleinsendungen, die über den E-Commerce in die EU eingeführt
werden, formell gebilligt. Damit wird die bisherige Zollbefreiung für
Sendungen unter 150 Euro abgeschafft. Ab 1. Juli 2026 wird für solche
Sendungen ein einheitlicher Zollsatz von 3 Euro pro Warengruppe
erhoben, bis voraussichtlich 2028 ein modernes EU-Zollsystem mit
zentraler Datenplattform eingeführt wird.
„ Wir begrüßen diesen überfälligen Beschluss und die Abschaffung
der veralteten Ausnahmeregelung für Kleinpakete ausdrücklich “, so
Rainer Wil l, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und
unabhängigen Handelsverbands. „ Damit reagiert die EU endlich auf die
wachsenden Herausforderungen durch Fernost-Plattformen und geht einen
wichtigen Schritt in Richtung fairere Rahmenbedingungen für den
europäischen Handel. Die Zeit drängt, denn im Vorjahr stieg der Zahl
der Fernost-Kleinpakete in der EU auf 5,8 Milliarden. Das entspricht
einer Paketflut von mehr als 10.000 Paketen pro Minute.“
Mehr als die Hälfte der Fernost-Importe erfüllt EU-Normen nicht
Die jüngsten Daten der EU-Kommission zeigen, welch immense
Dimension das Problem mittlerweile hat: 2025 wurden 5,8 Mrd. Pakete
mit einem Warenwert unter 150 Euro aus Fernost in die EU importiert,
im Jahr davor waren es erst 4,6 Mrd. Pakete – ein Wachstum von 26 %.
Eine groß angelegte Zollaktion (April – Juni 2025) zeigte, dass
die Mehrzahl der importierten Waren nicht den EU-Produktnormen
entspricht. 20.000 Produkte – überwiegend Spielzeug und kleine
Elektronikartikel – wurden stichprobenartig geprüft. Mehr als die
Hälfte dieser Waren erfüllte nicht die EU-Produktnormen (z. B.
Kennzeichnung, Warnhinweise, technische Anforderungen).
Bei den Produkten, die zusätzlich ins Labor gingen, wurden 84 %
als gefährlich bewertet (z. B. wegen Erstickungs-, Stromschlag- oder
Chemierisiken).
„ Die neue Zollgebühren sind ein wichtiger Schritt. Doch wie die
neuen Produkttest zeigen, müssen die Fernost-Plattformen noch stärker
in die Verantwortung genommen werden, damit die Waren, die in die EU
gelangen, allen Zoll-, Steuer- und Sicherheitsbestimmungen
entsprechen. Nur so kann ein wirklich faires Level Playing Field
zwischen grenzüberschreitendem E-Commerce und europäischen
Handelsunternehmen geschaffen werden “, betont Handelssprecher Rainer
Will .
Mehr Infos finden Sie im brandneuen HV eCommerce-Dossier 2026 .