Wien (OTS) – Eine aktuelle Untersuchung der Österreichischen Akademie
der
Wissenschaften (ÖAW) zeigt: Nach der Geburt des ersten Kindes nehmen
Mütter durchschnittlich 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch,
Väter hingegen lediglich neun Tage. Für SPÖ-Familiensprecher Bernhard
Herzog zeigen die Ergebnisse eine doppelte Schieflage: Väter
verbringen zu wenig wertvolle Zeit mit ihren Kindern und Mütter
müssen hohe Einkommensverluste hinnehmen. „Familie ist Teamarbeit.
Mehr Väterbeteiligung entlastet Mütter, reduziert
Einkommensunterschiede und stärkt das Kindeswohl“, ist Herzog
überzeugt. „Viele Männer berichten von Druck im Job, finanziellen
Sorgen oder gesellschaftlichen Vorurteilen. Diese Hürden wollen wir
Schritt für Schritt abbauen“, so Herzog. ****
Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Väterbeteiligung in
der Karenz zu erhöhen. So sollen bis Ende 2026 konkrete Modelle
erarbeitet werden, um die Karenz gleicher aufzuteilen. Auch
Informationskampagnen und Beratungsschwerpunkte soll es geben. „Das
ist auch zwingend notwendig, denn bei der Väterbeteiligung sind wir
EU-weit Letzter. In Ländern wie Schweden oder Island ist eine
partnerschaftliche Aufteilung längst selbstverständlich“, so Herzog.
Besonders wichtig ist ihm, nicht moralisierend über Eltern zu reden,
sondern mit ihnen. Daher hat Herzog gemeinsam mit der SPÖ-
Bundespartei eine österreichweite Umfrage durchgeführt, um
Erfahrungswerte von Eltern zu sammeln. Die Daten werden aktuell
ausgewertet. Mit den Anliegen im Gepäck will Herzog dann in die
Diskussion mit dem zuständigen Ministerium gehen. (Schluss) mf/lw