Wien (OTS) – Unter dem Motto „Niemals vergessen – Demokratie
schützen“ stand das
heutige 92. Februargedenken der SPÖ Wien beim Karl-Münichreiter-
Denkmal in Wien Hietzing. Karl Münichreiter, Angehöriger des
Schutzbundes und Widerstandskämpfer gegen den austrofaschistischen
Ständestaat, wurde nach den Februarkämpfen 1934 am 15. Februar vom
austrofaschistischen Regime hingerichtet.
SPÖ Wien-Landesparteivorsitzender Bürgermeister Dr. Michael
Ludwig warnte in seiner Eröffnungsrede: „Wir sehen gerade, dass
Demokratie gezielt zerstört werden kann. Das Schicksal Karl
Münichreisters steht nicht nur stellvertretend für all jene, die vor
92 Jahren für Freiheit, soziale Rechte und eine demokratische
Republik ihr Leben ließen, sondern auch für die Notwendigkeit, sich
auch heute gegen autoritäre Regime zu stellen und für soziale
Gerechtigkeit sowie parlamentarische Demokratie einzutreten.“***
Ludwig nahm dabei auf die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen
Bezug: „Wir sehen gerade in den USA, wie wichtig es ist,
demokratische Rechte mit aller Kraft zu verteidigen. Der Abbau
demokratischer Freiheiten, von Rechtsstaatlichkeit und freien Medien
vollzieht sich dort aktuell in atemberaubendem Tempo. Auch in Europa
erstarkt der Rechtspopulismus weiter“, so Ludwig.
So sehr diese Ereignisse bestürzen, dürfe man sich in Österreich
nicht von ihnen ablenken lassen: „Denn auch wenn die FPÖ 2025 nicht
an die Macht gekommen ist, so bedeutet das natürlich nicht, dass
diese Gefahr gebannt ist. Einmal an der Macht, würde die FPÖ genauso
wenig zögern, Rechtsstaat und Demokratie zu zerstören. Dann würden
auch bald maskierte Häscher nach Vorbild von ICE wie in den USA Jagd
auf Menschen machen, nur weil sie eine andere Herkunft haben. Alles
ist dann möglich.“ Und darum sei für die Wiener Sozialdemokratie auch
eines klar: „Mit dieser Partei, mit der FPÖ, wird es für die SPÖ Wien
keine Koalition geben – nicht in Wien und solange es uns in der
Wiener Partei gibt, auch nicht auf Bundesebene!“
Abschließend appellierte Ludwig für Zusammenhalt und Solidarität:
„Es ist unser aller Verantwortung, diesen Entwicklungen entschlossen
und gemeinsam entgegenzutreten. Um diesen autoritären rechtsextremen
Kräften etwas entgegenzusetzen, braucht es alle Kräfte in der
Sozialdemokratie.“ In diesem Sinne sei es wichtiger sich, statt mit
Personaldebatten, mit den aktuellen Herausforderungen und den
Maßnahmen gegen die Teuerung zu beschäftigen. Ludwig weiter: „Da ist
der Bundesregierung viel gelungen. Das war nur durch Druck der
Sozialdemokratie möglich. Das werden wir weiterführen. Wir werden
überall dort, wo die Menschen uns brauchen, an ihrer Seite stehen.
Dafür braucht es eine geeinte und starke Sozialdemokratie.“
Weitere Programmpunkte der Veranstaltung waren die Rede des 3.
Landtagspräsidenten, Vorsitzenden SPÖ Hietzing und SPÖ-
Bildungsvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Schmid sowie Gespräche mit Dr.
Gerald Netzl, Vorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer
Freiheitskämpfer:innen, Lena Stern, Vorsitzende der Sozialistischen
Jugend Wien und Alexander Ackerl, Gemeinderat und Abgeordneter zum
Wiener Landtag sowie Vorsitzender der Jungen Generation Wien.
Schmid unterstrich dabei die Bedeutung breit aufgestellter
Bildungsarbeit als Beitrag zu einer starken Demokratie: „Bildung ist
das Fundament einer lebendigen Demokratie. Gerade in Zeiten von
Populismus, gezielter Desinformation und Fake News vermittelt
fundierte, faktenbasierte Bildung, die humanistische Werte in den
Mittelpunkt stellt, nicht nur Wissen über die Gegenwart, sondern
stärkt auch das Verständnis für unsere Geschichte. Bildung fördert
aktive Teilhabe, baut zwischenmenschliche Barrieren ab und macht
unsere Gesellschaft widerstandsfähig gegen Spaltung und autoritäre
Tendenzen. Wer Demokratie schützen will, muss Menschen befähigen,
Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu gestalten.“
Mit einer Lesung aus Dialogen von Karl jun., Leopoldine und Karl
Münichreiter begleitet von einer Kunstperformance, lenkte die
Veranstaltung den Blick auch auf das persönliche Schicksal der Opfer.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe Morgenrot.
Fotos zum 92. Februargedenken sind ab morgen, 12. Februar 2026
unter https://www.flickr.com/photos/spoewien/ abrufbar. (Schluss)