Waldschutz ist Klimaschutz

Waidhofen an der Thaya (OTS) – Gesunde Wälder sind unverzichtbar für
den Klimaschutz. Sie binden CO
₂, regulieren den Wasserhaushalt, kühlen ihre Umgebung und bieten
Lebensraum für zahlreiche – teils streng geschützte – Tier- und
Pflanzenarten. Vor diesem Hintergrund warnen
Umweltschutzorganisationen eindringlich vor einer Industrialisierung
sensibler Waldgebiete durch den Ausbau der Windkraft.

„ Der Wald ist kein beliebig ersetzbarer Standort, sondern ein
hochsensibles Ökosystem mit zentraler Bedeutung für Klima, Wasser und
Biodiversität “, betont Michael Moser, der Sprecher von „IG
Waldviertel“, der Dachorganisation der Waldviertler
Bürgerinitiativen. „ Wer Wälder für Energieinfrastruktur beansprucht,
schwächt genau jene natürlichen Systeme, die uns im Bestreben gegen
die Klimakrise helfen. “

In einer Pressekonferenz am 22. Jänner 2026 erklärte die
Interessensvertretung „IG Windkraft“, dass aktuell genehmigte,
bereits laufende oder vor dem Bundesverwaltungsgerichtshof anhängige
Verfahren für Windkraftprojekte zusätzlich mehr als drei Viertel der
heimischen Windstromleistung ausmachen würden: Zu derzeit 4.200
Megawatt würden 3.405 Megawatt Leistung hinzukommen. Damit werden die
Ausbauziele im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) von 17 TWh für
Windkraft bis 2030 sogar übererfüllt.

„ Wenn die gesetzlich festgelegten Ziele bereits erfüllt sind,
gibt es kein sachliches Argument mehr, in ökologisch besonders
wertvollen und deshalb umweltrechtlich problematischen Waldgebieten
weiter zu planen “, so Michael Moser und weiter: „ Der Ausbau
erneuerbarer Energien darf nicht auf Kosten des Naturschutzes
erfolgen.“

Bereits mehrere geplante Windkraftzonen in Waldviertler Wäldern
wurden aus Naturschutzgründen gestrichen, darunter die Zonen
Amaliendorf und der Windpark Nord. Der bereits genehmigte Antrag für
„Die Wild“ wurde von den Projektwerbern nach berechtigten Einsprüchen
der Umweltorganistaion Pro Thayatal aufgrund massiver
Naturschutzkonflikte im Verfahren vor dem
Bundesverwaltungsgerichtshof wieder zurückgezogen. „Die Einhaltung
der EU-Richtlinien wie die Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie zum Erhalt der biologischen Vielfalt ist nach wie
vor gültig und in der Europäischen Union verbindlich umzusetzen“, so
Dr. Manfred Maier von der Umweltorganisation Pro Thayatal.

Auch BirdLife Österreich warnt in einer Presseaussendung im Mai
2025 vor erheblichen Konflikten von Windkraftprojekten mit dem Schutz
gefährdeter Vogelarten. Die österreichweite ornithologische
Sensibilitätskarte für Windkraftplanungen weist zahlreiche
Windkraftzonen im Waldviertel als Rot- und Dunkelrot-Bereiche aus –
Zonen mit besonders hohem Konfliktpotenzial. „Der Ausbau erneuerbarer
Energie und Biodiversität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt
werden “, so die Umweltschützer. „Ein Ausbau der Windkraft in
Waldgebieten, der Lebensräume zerstört, ist konfliktträchtig und kein
nachhaltiger Beitrag zur Energiewende. “

Der Ausbau der Photovoltaik in Österreich ist eine
Erfolgsgeschichte. „ Es gibt umweltverträglichere Alternativen mit
deutlich geringeren Eingriffen “, lautet das abschließende Statement
der Umweltschützer. „ Das Vorsorgeprinzip verpflichtet uns dazu,
mögliche Schäden vorsorglich auszuschließen – und den Wald als
Verbündeten im Klimaschutz zu bewahren. “

Eine Beschleunigung von Verfahren auf Kosten der unionsrechtlich
gebotenen Sorgfalt in der Umweltverträglichkeitsprüfung ist
angesichts der sicheren Zielerreichung unangebracht. Vielmehr sollten
jene Verfahren vorgezogen werden, die eine hohe Naturverträglichkeit
aufweisen.

Fazit : Klimaschutz braucht erneuerbare Energie – aber ebenso
dringend den Schutz unserer Wälder mit ihrer hohen Artenvielfalt. Nur
eine überlegte, naturverträgliche Energiewende sichert Klima, den
Schutz der Biodiversität und Lebensqualität langfristig.