Wien (OTS) – Entsetzt und verärgert zeigen sich das Mauthausen
Komitee Österreich
(MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (
Antifa-Netzwerk) über den Versuch des Laakirchner Bürgermeisters
Fritz Feichtinger, das KZ-Mahnmal aus dem Stadtzentrum zu entfernen.
Dieses Mahnmal erinnert an neun lokale NS-Opfer. Acht Ermordete
gehörten der sogenannten „Welser Gruppe“ des Widerstandes an, einer
war Zeuge Jehovas.
Eine Neugestaltung des Stadtzentrums ist schon länger
beabsichtigt. Ihr sollte nach dem Willen des Bürgermeisters auch das
KZ-Mahnmal weichen. Dies führte ab dem Herbst 2023 zu mehreren
Gesprächen.
Im März 2024 sagte Bürgermeister Feichtinger den Vertretern der
Opferverbände – KZ-Verband und Sozialdemokratische Freiheitskämpfer –
ausdrücklich zu, das Mahnmal werde im Zuge der Neugestaltung verlegt
werden, aber gut sichtbar im Stadtzentrum bleiben. Angedacht wurde
eine Verlegung vor das Alte Rathaus. Es fand auch eine gemeinsame
Begehung des Bürgermeisters und der Opferverbände statt.
Im September 2025 wurde bekannt, dass der Bürgermeister trotz
seiner Zusage das KZ-Mahnmal aus dem Stadtzentrum entfernen und auf
den Friedhof verlegen will – in die Nähe eines misslungenen
„Friedensdenkmals“, das aus einer karikierten Taube mit Beinprothese
besteht.
Seither pochen die Opferverbände auf die Einhaltung von
Feichtingers Zusage. Doch dieser weigert sich und zeigt sich nicht
einmal gesprächsbereit.
„Das Vorgehen des Bürgermeisters ist untragbar und sein Umgang
mit dem KZ-Mahnmal würdelos. Die NS-Opfer haben größten Respekt
verdient“, sagt Willi Mernyi , Vorsitzender des Mauthausen Komitees
Österreich. Das MKÖ vertritt das Vermächtnis der Häftlinge des KZ
Mauthausen und seiner Außenlager.
„Wir stehen vollinhaltlich hinter den Opferverbänden und fordern
Bürgermeister Feichtinger auf, seine Zusage einzuhalten! Sonst werden
wir alle demokratischen Möglichkeiten nutzen, um gegen diesen
Wortbruch zu protestieren“, betont Robert Eiter , Sprecher des OÖ.
Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Das Netzwerk umfasst
100 zivilgesellschaftliche Organisationen – von der Katholischen
Aktion bis zur Volkshilfe.